Bedrückende Schicksale

Sehr zahlreich hatten sich die Gäste zum Neujahrsempfang der Katholischen Pfarrgemeinde Tirschenreuth in den Pfarrsaal eingefunden. Das Neualbenreuther Zwio sorgte für die passende musikalische Umrahmung. Bild: heb
Lokales
Tirschenreuth
13.01.2015
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Die derzeitige politische Situation in Europa sorgt für Irritation und Unbehagen. Dem trugen auch die Gastredner beim Neujahrsempfang der Katholischen Pfarrgemeinde Rechnung. Sie alle griffen diese Thematik auf und trafen damit punktgenau den "Nerv" des Publikums.

Der Neujahrsempfang der Katholischen Pfarrgemeinde ist seit Jahren schon gute Tradition. Für die musikalische Umrahmung sorgte heuer das Neualbenreuther Zwio mit mundartlichen Liedern, die beim Publikum sehr gut ankamen.

Stadtpfarrer Georg Flierl richtete seinen Dank für die engagierte Arbeit während des Jahres an die Gäste und betonte die überaus gute Zusammenarbeit. Besonderen Dank stattete er dem Hausmeisterehepaar Gerlinde und Elmar Pilz ab, die das Pfarrzentrum seit über 12 Jahren bestens betreuen und gerade im Winter oder bei schlechter Witterung mit noch mehr Arbeit eingedeckt seien. Dank richtete er auch an Josef Meißner, den "nebenamtlichen" Hausmeister des Katholischen Kindergartens.

Mensch braucht Fixpunkte

Mit einem beschwingten Neujahrsgedicht von Johann Peter Hebel überbrachte stellvertretender Landrat Dr. Alfred Scheidler die Grüße des Landkreises. Der Jahreswechsel sei in der Natur, bei Flora und Fauna, kaum bemerkbar. Doch brauche der Mensch Fixpunkte wie den Jahreswechsel, um inne zu halten, zurückzublicken und einen Blick nach vorne zu werfen. Zu seinem Arbeitsbereich gehöre auch die Unterbringung von Asylbewerbern. Daher habe er sich besonders in der Zeit vor Weihnachten sehr viel mit dieser Thematik beschäftigt. Besonders als er erstmals einen Bus mit Asylbewerbern in Empfang nehmen musste. "Denn da werden aus Zahlen plötzlich Schicksale!" Sehr bedrückend sei es zu sehen, wie die Menschen mit ihren wenigen Habseligkeiten, verpackt in einen Koffer oder gar nur in Plastiktüten, ein neues Leben beginnen möchten. "Nehmt einander, wie Christus uns angenommen hat, zum Lobe Gottes", aus dem Römerbrief sei das Jahresmotto 2015, erklärte Pfarrer Ralph Knoblauch. Doch könne eine solche Annahme nicht einseitig sein. Einander annehmen sollten sich Christen untereinander, Religionen oder Politiker. Es könne auch nicht Pressefreiheit so verstanden werden, alles tun zu können. Grenzen seien dort, wo andere Leute denunziert, beleidigt und verletzt werden. Das gelte für Christen, Juden, Moslems oder politisch anders orientierte Menschen.

Präses Pater Martin Neuhauser wollte zwei "Personalien" nicht unerwähnt lassen. Denn immerhin sei Stadtpfarrer Georg Flierl zum Regionaldekan ernannt worden. Anderswo würden solche Regionaldekane Weihbischof heißen. Auch erinnerte Pater Neuhauser an den erst kürzlich verstorbenen Pater German Mehler, "einem Sohn der Stadt, der viele Jahre armen und bedrückten Menschen auf den Philippinnen geholfen hat".

Von Unfrieden eingeholt

Für die Schulen wies Studiendirektor Georg Hecht vom Stiftland-Gymnasium auf die ausgesprochen gute Zusammenarbeit bei der unterrichtlichen Begleitung durch die Kirchen, den kirchlichen Organisationen und dem Dekanat hin. Und ohne äußeren Zwang würden die Schüler an kirchlichen Veranstaltungen teilnehmen. Bestes Beispiel sei das Friedensgebet im Dezember. Doch werde Europa nun von Unfrieden eingeholt. Demonstrationen oder Schweigemärsche würden darauf aufmerksam machen und entgegenwirken wollen. Den Grußworten schlossen sich die Verleihung der Ehrenteller und des Familienpreises an (Bericht folgt.)
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