Befreiende Wurzeln der Kirche

Theologin Beate Eichinger führte unter anderem Pater Martin Neuhauser und Hans Stelzl von der Katholischen Erwachsenenbildung (von links) durch die Ausstellung, die aus 15 Tafeln besteht. Bilder: kro (2)
Lokales
Tirschenreuth
29.09.2015
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Vor 50 Jahren hat sich die katholische Kirche enorm bewegt. In die richtige Richtung, wie die meisten Gläubigen finden: Mit dem Zweiten Vatikanischen Konzil begann ein Zeitalter der konstruktiven Erneuerung auf allen Gebieten des kirchlichen Lebens.

Wer sich für Einzelheiten interessiert, der ist bei der Jubiläumsausstellung derzeit in der St.-Peter-Kirche gut aufgehoben. Unter dem Motto "Hoffnung für Kirche und Welt heute" macht die Wanderausstellung bis zum 11. Oktober hier Station.

Zuversicht und Hoffnung

Bei der Vernissage freute sich Pater Martin Neuhauser vom Missionshaus St. Peter darüber, dass die Katholische Erwachsenenbildung (KEB) Tirschenreuth diese Ausstellung in der Kirche verwirklicht. Hans Stelzl, geschäftsführender Bildungsreferent der KEB, verwies darauf, dass die Informationstafeln schon zwei Mal im Landkreis zu sehen waren, und zwar in Waldsassen und Erbendorf.

1962 begann das Zweite Vatikanische Konzil. 1965 ging die Einläutung der einschneidenden Reform in der katholischen Kirche nach drei arbeitsintensiven Jahren zu Ende. Theologin Beate Eichinger, eine Mitautorin dieser Ausstellung, freute sich in ihrer Präsentation über das große Interesse zum 50. Jubiläum. "Das unterstreicht, dass die Ergebnisse des Zweiten Vatikanischen Konzils auch heute noch Zuversicht und Hoffnung weitergeben." Diese sehr textlastige Ausstellung, wie Eichinger zugab, sei ein dankbarer Rückblick auf dieses Konzil, das in Rom jeweils in den Herbstmonaten stattfand.

Manche Gegensätze

Entstanden seien in den intensiven Diskussionen 16 Beschlüsse und Dokumente, die zur Orientierungshilfe dienten. Alle Beschlüsse, so die Theologin, seien getrieben gewesen von der Aufgabe "Für was ist die Kirche da?" Mit Leidenschaft und auch mit manchen Gegensätzen sie hier diskutiert worden, ehe mit den Beschlüssen am Ende doch ein großes Einvernehmen erzielt worden sei. "Es hat am Ende nur ganz wenige Gegenstimmen gegeben."

Alle Beschlüsse seien vom Blick in die Bibel getragen worden. Papst Johannes XXIII. habe großes Vertrauen in der Bevölkerung genossen. Er habe mit diesem Zweiten Vatikanischen Konzil und den erarbeiteten Beschlüssen bei den Gläubigen für große Begeisterung gesorgt, denn die Kirche habe sich bewegt. "Die Leute haben förmlich danach gedürstet, dass sich die Kirche wandelt", sagte Eichinger.

Es habe zwar auch Gegenstimmen mit der Sorge um die Reinerhaltung des Glaubens gegeben, doch diese seien immer weniger geworden. Eichinger stellte einige der 16 Beschlüsse genauer vor, so unter anderem die Rolle der Orden, die Bedeutung der Bischöfe oder auch die Rolle der Laien in der Kirche. "Die aktive Teilhabe ist wichtig", unterstrich die Referentin. Herausragendes Ziel bei diesem Konzil sei gewesen, Christus zum Leuchten zu bringen, denn das Licht der Völker sei Christus: "Die Kirche ist für die Menschen in der Welt da. Die Kirche ist eine freudige und hilfreiche Glaubensgemeinschaft, und nicht dazu da, sich selbst zu loben", betonte die Referentin.

Einer der Beschlüsse dieses Zweiten Vatikanischen Konzils sei die einschneidende Reform der Liturgie gewesen. Seitdem dürften die Gläubigen mit dem Priester, der zum Volk gewandt ist, mitfeiern - und dies in der Landessprache. Doch dies sei nur ein Teil der Ergebnisse des Konzils gewesen. "Es war eine Rückentdeckung der eigenen Wurzeln", fasste Eichinger zusammen.

Konzert zum Abschluss

Die Jubiläumsausstellung ist täglich von 8 bis 18 Uhr in der Kirche zu sehen. Zum Abschluss findet am Sonntag, 11. Oktober, eine musikalische Feierstunde anlässlich des 50. Jubiläums der Orgel von St. Peter statt. Mitwirkende um 17 Uhr sind Franz Ballon, der Chor der Stadtpfarrkirche, der St.-Peter-Chor und Solisten.
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