Bei Speed Dating Job gefunden

Der Bildungsträger Transfer aus Hof koordiniert die Qualifizierung der Kursteilnehmer und ist zuständig für das Fördermittelmanagement. Unser Bild zeigt von links: Gabriele Wagner, pädagogische Mitarbeiterin in Tirschenreuth, Regionalleiterin Stefanie Rühr, Bürgermeister Franz Stahl und Hilke Janssen, Teamleiterin Markt und Integration im Jobcenter Tirschenreuth. Bild: Grüner
Lokales
Tirschenreuth
08.02.2015
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Als Langzeitarbeitsloser einen Job zu finden, ist schwierig bis aussichtslos. Deshalb haben die Firma Transfer aus Hof und das Jobcenter Tirschenreuth einen neuen Weg der Bewerbung gesucht. Im Rathaus stellten sie das Pilotprojekt "Natürlich Arbeiten" vor.

"G'suacht und g'fundn! - Arbeitskräfte stellen sich vor". Unter diesem Titel haben die Firma Transfer und das Jobcenter einen neuen Weg der Zusammenführung von Arbeitskräften und Arbeitgebern im kleinen Sitzungssaal ausprobiert. Der Hintergedanke dabei: "Wenn es Messen gibt, bei denen sich Arbeitgeber oder Bildungsträger präsentieren, warum sollte dann nicht auch funktionieren, dass sich Arbeitskräfte in ähnlicher Form vorstellen."

Die Verantwortlichen hatten 21 Arbeitgeber aus der Region eingeladen, die das Arbeitsfeld bieten, auf dem die Jobsucher eine gute Figur machen. Dass das so ist haben sie längst bewiesen. Im vergangenen Jahr haben sie nämlich den Waldpark Mühlbühl, wie Bürgermeister Franz Stahl das Areal bezeichnet, perfekt auf Vordermann gebracht.

Eigene Bewerbungs-Flyer

Die Arbeitgeber konnten sich so ein Bild von den Arbeitssuchenden und ihren Qualifikationen machen. Die Kursteilnehmer stellten sich auf selbstentworfenen Flyern vor, auf denen sie Werbung für sich machten. Die Kursteilnehmer gingen perfekt vorbereitet in das außergewöhnliche Bewerbungsverfahren.

Per Beamer stellten sie, vertreten durch Harald Kraus als Sprecher, die bisherigen Ergebnisse der Verschönerungsarbeiten am Mühlbühl vor. Anschließend nutzten die Anwesenden die Möglichkeit zu Gesprächen. Neben den Flyern zur Person, lagen auch die entsprechenden Bewerbungsunterlagen bereit.

Bei einem vierwöchigen Praktikum im März haben interessierte Firmenchefs die Möglichkeit, Kenntnisse und Fähigkeiten der Bewerber zu erproben. Die Praktika werden von Mitarbeitern der Firma Transfer begleitet und sind der Abschluss der Maßnahme "Natürlich Arbeiten".

Das handlungsorientierte Qualifizierungsprojekt wird vom Europäischen Sozialfonds gefördert. Während des Projektes wurden die Teilnehmer durch Fachdozenten in den Bereichen Garten- und Landschaftspflege, Pflege einer Gartenanlage und in der Herstellung von wassergebundenen Decken unterrichtet und konnten im Waldpark Mühlbühl die erworbenen Kenntnisse gleich in die Praxis umsetzen. Alle Teilnehmer erhielten auch eine Ausbildung an der Motorsäge.

Die "etwas andere Messe im Rathaus" bezeichnete Hilke Janssen vom Jobcenter als "Speed Dating" zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer. Bürgermeister Franz Stahl lobte die Arbeit der Teilnehmer am Projekt Mühlbühl.

Als die Mitarbeiter von Tranfer im Rathaus vorstellig geworden waren, überlegte der Rathauschef zusammen mit Stadtbaumeister Andreas Ockl und Bauhofleiter Herbert Schertler, welche Möglichkeiten für ein solches Projekt infrage kämen. Da das Areal Mühlbühl schon immer etwas stiefmütterlich behandelt worden sei, fiel die Entscheidung darauf. Die Stadt förderte das Projekt auch mit Material und Werkzeugen. Die Teilnehmer hätten hervorragende Arbeit geleistet und auch gezeigt, dass sie wirklich arbeiten wollen, lobte der Bürgermeister. Er könne sie Arbeitgebern, die in "grünen Berufsfeldern" aktiv seien, nur wärmstens empfehlen. Stefanie Rühr, Regionalleiterin von Transfer, sprach von hoher Motivation der Teilnehmer und warb bei den Arbeitgebern dafür, ihnen eine Chance bei dieser Bewerbung der besonderen Art zu geben.

Weitere Projekte möglich

Der Wunsch traf auf keine taube Ohren. Gleich mehrere Kursteilnehmer erhielten an diesem Tag entweder einen Praktikumsplatz oder ein Jobangebot. Hilke Janssen appellierte an die Bürgermeister der Region, sich zu melden, wenn sie ähnliche Projekte in ihren Gemeinden verwirklichen wollen. Das Jobcenter und Transfer würden sich dann um die entsprechenden Fördermittel bemühen, um einen weiteren Kurs zu realisieren. Kontakt unter Telefon: (09631) 79 85 84. Wer einen Praktikumsplatz anbieten möchte, kann sich unter derselben Nummer melden.
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