Bei Wespen und Hornissen nicht in Panik verfallen - Die Tiere greifen nur an, wenn sie sich ...
Gelb-schwarze Tiefflieger

Es muss nicht immer Marmelade sein: Wespen gehen auch auf Wurst und Fleischreste. "Ruhe bewahren", sagen die Experten. "Wenn sich die Tiere bedroht fühlen, reagieren sie aggressiv." Archivbild: dpa
Lokales
Tirschenreuth
13.08.2015
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Es ist wieder soweit: Kaum steht etwas Essbares auf dem Gartentisch, schwirren auch schon Wespen heran. Gerade in den letzten Tagen suchen immer mehr Menschen Rat beim Landratsamt. "Fast jeder zweite Anrufer hat Angst wegen allergischer Reaktionen bei Insektenstichen", weiß Birgit Üblacker von der Unteren Naturschutzbehörde.

Die ist zuständig, weil Wespen - ausgenommen die Deutsche und Gemeine Wespe - und Hornissen nach dem Bundesartenschutzgesetz besonders geschützt sind. "Es ist also verboten, sie zu fangen, zu verletzen, zu töten oder ihre Nester zu beschädigen oder zu vernichten." Und wer es dennoch tut, muss mit einem Ordnungswidrigkeitsverfahren rechnen.

Auch wenn viele Menschen die gelb-schwarz-gestreiften Tiefflieger als Bedrohung ansehen, gilt es Ruhe zu bewahren. "Hektische oder panische Bewegungen sollten vermieden werden", rät Alf Pille vom Landesbund für Vogelschutz. "Und auf keinen Fall die Wespe anpusten." Das Kohlendioxid in der Atemluft sei ein Alarmsignal und versetzt die Tiere in Angriffsstellung. Normalerweise reagieren Wespen bei der Nahrungssuche nicht aggressiv. Sie wehren sich erst, wenn sie sich bedroht fühlen.

Auch die Hornissen sind friedfertige Tiere, solange sie ungestört sind. Im Vergleich mit Honigbienen oder anderen Wespen sind sie unauffällig und erscheinen auch nicht am heimischen Kaffeetisch, um sich über Kuchen, Eis oder die Reste von der Grillparty herzumachen. Für die Aufzucht des Nachwuchses wird ausschließlich tierische Frischkost in Form von Raupen, Entwicklungsstadien von Kerbtieren und anderen Insektenarten benötigt. Dennoch ist Vorsicht angebracht, wenn man im Garten ein Nest entdeckt. "Da sind Hornissen bereit ihr Volk zu verteidigen", weiß Birgit Üblacker. Erschütterungen des Nestes machten die Tiere nervös und angriffslustig.

Dass Hornissenstiche Menschen töten können, ist ein Irrglaube. "Der Stich ist von der Giftwirkung harmloser als ein Bienenstich - zumindest solange man nicht allergisch reagiert." Bei Stichen in den Halsbereich - egal ob Wespe oder Biene - sollte allerdings grundsätzlich ein Arzt aufgesucht werden.

Wer ein Nest in seinem Garten oder in der Nähe von Wohnbebauung entdeckt, sollte es in Ruhe lassen. "Der Landkreis hat ehrenamtliche Hornissen-Berater bestellt, die bei Problemen behilflich sind." Sie stellen zuerst die genaue Art fest und beraten fachmännisch. "Sollte ein Hornissen- oder Wespennest wirklich einmal eine Gefahr darstellen, so haben die Berater die Erlaubnis, Nester umzusetzen." Auch die Stützpunktfeuerwehren im Landkreis halten entsprechende Mittel vor und sind bei der Beseitigung behilflich. Allerdings kann so ein Einsatz unter Umständen kostenpflichtig sein.
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