Beim Empfang zum 70. Geburtstag des Bauernverbandes sind auch die aktuellen Brennpunkte ...
Geht's Bauern schlecht, geht's allen schlecht

Vor 70 Jahren wurde der Bayerische Bauernverband gegründet. Mit einem kleinen Empfang im "Grünen Zentrum" in Tirschenreuth wurde des Jubiläums gedacht. Bild: ubb
Lokales
Tirschenreuth
08.09.2015
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Mit zahlreichen Gästen aus Politik und Gesellschaft feierte der Bauernverband am Sonntag das 70-jährige Bestehen. Nach der Begrüßung durch Kreisbäuerin Christa Söllner im sogenannten "Grünen Zentrum" am Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, zeigte Ely Eibisch auf, dass es zwischen der jetzigen Flüchtlingswelle und dem Jubiläum des BBV durchaus Parallelen gibt.

Der Kreisobmann sprach unter anderem die Flüchtlingsströme zur Zeit der Verbandsgründung an. Damals, so Eibisch, sei es eine der Hauptaufgaben des BBV gewesen, die Flüchtlinge zu betreuen. Hier schließe also der Kreis wieder. Eibisch appellierte an die Anwesenden, nicht das Menschliche aus den Augen zu verlieren. Der Sprecher erinnerte, daran, wie der Bauernverband in der Gründerzeit die Ernährungssicherung betreiben musste. Keine leichte Aufgabe. "Es war nichts mehr vorhanden, kein Saatgut und auch keine Vorräte." Eine Neustrukturierung der Landwirte sei dringend erforderlich gewesen.

Dass sich dies bewährt hat, zeigten Zahlen: Innerhalb von nur einem Jahr seien bayernweit über 100 000 Menschen Mitglieder geworden. Natürlich sprach Eibisch auch die aktuellen Brandherde wie sinkende Milch-, Fleisch- und Getreidepreise an. Schleuderpreise und Klimaveränderungen führten dazu, dass es nicht mehr zu schaffen sei, die Kosten zu decken. Investitionen seien unmöglich. "Doch es ist auch viel getan worden." So versuche man mit Aktionen wie dem "Tag des offenen Hofes" die wachsende Distanz zwischen Verbraucher und Erzeuger aufzuhalten. Eibisch dankte unter anderem der Jungbauernschaft und den Landfrauen. Doch auch das Ehrenamt vergaß er nicht, denn "die eigentliche Arbeit macht ihr draußen!" Einen besonderen Dank bekam Geschäftsführer Ulrich Härtl, der dieses Amt schon seit 1993 inne hat.

Stellvertretender Landrat Dr. Alfred Scheidler fand in seinem Grußwort den starken Zusammenschluss des BBV ungemein wichtig für alle Bürger. "Wenn es der Landwirtschaft schlecht geht, geht es allen schlecht. Wir dürfen nicht sagen, es ist uns egal, was mit unseren Bauern geschieht", so Scheidler, der dem BBV weiterhin viel Erfolg wünschte. 2. Bürgermeister Peter Gold erfand gar ein neues Wort, um seine Hochachtung auszudrücken: Als "höchstwertig" bezeichnete er die regionalen Produkte. Und dass dies so sei, habe man der heimischen Landwirtschaft zu verdanken.

Auf die gemeinsame Zusammenarbeit und die gemeinsamen Ziele legte Wolfgang Wenisch, Leiter des Landwirtschaftsamtes, großen Wert. "Und dies geschieht nicht zu unserem eigenen Wohl, sondern zum Wohl der Region.". Wenisch informierte kurz über die anstehenden Umbaumaßnahmen im Grünen Zentrum, um dann den gemütlichen Teil des Jubiläums zu eröffnen.
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