Bekenntnis zum Nadelholz

Die Nachfrage nach Holz war im Geschäftsjahr 2014 in allen Segmenten ungebrochen gut.
Lokales
Tirschenreuth
19.02.2015
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Es steht so viel Holz im Wald wie seit Jahrhunderten nicht mehr! Das jedenfalls glaubt Wolfgang Beer von der Forstbetriebsgemeinschaft.

Sehr ausführlich und umfassend informierte Wolfgang Beer in seinem Geschäftsbericht die Mitglieder der Forstbetriebsgemeinschaft Tirschenreuth über den aktuellen Sachstand. Beer verwies darauf, dass der Waldanteil in Deutschland 32 Prozent betrage. In den Wäldern stehe aktuell so viel Holz wie seit Jahrhunderten nicht mehr, und dies trotz der hohen Nutzung.

Sogar vor Skandinavien

Der Holzvorrat in den deutschen Wäldern sei in den vergangenen zehn Jahren um sieben Prozent angestiegen. Mit einem Holzvorrat von 3,7 Milliarden Kubikmeter liege Deutschland an der Spitze der europäischen Länder, sogar vor den klassischen Waldländern Skandinaviens. Holz sei nach wie vor im Trend, die Nachfrage nach diesem umweltverträglich erzeugten Rohstoff sei rege, betonte Beer. Dennoch, die Fichte sei im Abnehmen, was ihm Sorge bereite. Denn Nadelholz sei im Gegensatz zum Laubholz besser für die Holzverarbeitung geeignet. Dachstühle oder Häuser könnten nur mit Nadelholz konstruiert werden, Laubholz sei aus statischen Gründen nicht sinnvoll. Beer. "Wer im Zuge des ökologischen Bauens auf Stahl und Beton verzichten möchte, muss sich zum Nadelholz bekennen". Hier sei Weitblick gefragt.

Das wärmste Jahr

Das abgelaufene Jahr, so Beer, sei ein Jahr ohne größere Kalamitäten gewesen, sehe man einmal davon ab, dass 2014 das wärmste Jahr war, seit es Wetteraufzeichnungen gebe. Die Nachfrage nach Holz sei im Geschäftsjahr 2014 in allen Segmenten ungebrochen gut gewesen. Die Waldlager seien von kurzer Dauer gewesen und das frisch eingeschlagene Holz sei zu stabilen Preisen verkauft worden.

Stabile Preise

Detailliert ging Beer auf die Preise für Fichte und Kiefer ein, die sich ziemlich konstant hielten. Stabil sei auch der Preis für Brennholz. Beer verwies darauf, dass die Preise seit 2009 stark nach oben gegangen seien. Hauptabnehmer des Holzes der Forstbetriebsgemeinschaft sei die Ziegler Holzindustrie in Betzenmühle, die rund vierzig Prozent abnehme. 29 Prozent nehme die Firma Josef Ziegler in Stein ab, 14 Prozent die Firma Gregor Ziegler, ebenfalls in Stein. Acht Prozent Durchforstungsholz werde an Stora Enso nach Planá vermarktet. Insgesamt, so Beer, seien 37 515 Festmeter Fichte- und Kiefer-Holz vermarktet worden. Mit allem Holz, also mit Brenn- und Faserholz und Waldhackgut, wurden 2014 knapp mehr als 49 000 Festmeter Holz vermarktet.

Laut Beer wurde im vergangenen Jahr aber auch viel gepflanzt, insgesamt 83 382 Pflanzen, wobei die Fichte mit 64 625 Stück den Löwenanteil stellte. Der Anteile Nadel- zu Laubholz betrug 90 zu 10 Prozent.

Neue Mitglieder

Erfreut zeigte sich Beer, dass im vergangenen Jahr 33 neue Mitglieder in die Forstbetriebsgemeinschaft aufgenommen wurden, so dass die FBG aktuell 1265 Mitglieder habe. Die bewirtschaften 13 256 Hektar Wald. Im weiteren Verlauf der Versammlung ging Hans-Jörg Schön vom Sägewerk Josef Ziegler aus Stein in seinem Referat auf das Thema "Geschichtliche Entwicklung und aktueller Trend" des Unternehmens Ziegler ein, ehe die FBG zu einer gemeinsamen Brotzeit einlud.
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