Bildung säen, Zukunft ernten

Aus München hatte Staatssekretär Georg Eisenreich (rechts) die begehrte Plakette für Landrat Wolfgang Lippert mitgebracht. Bild: as
Lokales
Tirschenreuth
13.07.2015
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Viel Hirnschmalz, Herzblut und Sitzfleisch haben die Beteiligten monatelang investiert. Nun ist die Anerkennung eingetroffen, eingraviert in glänzendes Messing: Der Landkreis Tirschenreuth ist offizielle "Bildungsregion in Bayern".

Und für diesen Titel musste nichts neu erfunden werden, denn in der nördlichsten Ecke der Oberpfalz steckt schon jede Menge Potenzial. Das aber gilt es, noch besser zu vernetzen und weiterzuentwickeln. Zu diesem Ergebnis kamen die Teilnehmer am Montag bei der Verleihung des Gütesiegels.

Staatssekretär Georg Eisenreich war dazu aus dem Münchner Kultusministerium angereist, Regierungs-Vizepräsident Walter Jonas kam aus Regensburg. Viele weitere Begleiter des Gütesiegel-Prozesses in der weitläufigen Bildungslandschaft des Landkreises - allen voran Rektoren der verschiedenen Schularten - verfolgten die Übergabe des Schildes, das demnächst das Landratsamt ziert.

"Kein Papiertiger"

"Wir wollten keinen Papiertiger entwickeln", formulierte Landrat Wolfgang Lippert als vorrangiges Ziel. Auf der Basis von 130 Rückantworten zum Handlungsbedarf sei ein solides Fundament entstanden: "In unserer Bildungslandschaft wird hervorragende Arbeit geleistet." Das eingereichte Handlungskonzept mit vielen Projektideen und politischen Forderungen habe auch im Kultusministerium Anerkennung gefunden. "Wir wollen mit der Wirtschaftsförderung und dem Gründerzentrum diesen Weg konsequent begleiten und vorantreiben", gab Lippert als Marschroute vor.

Das Bildungssiegel sei dabei nur der erste Schritt. Drei Beispiele aus der jüngsten Vergangenheit nannte der Landrat, um die Vielfalt zu unterstreichen: So hätten Kemnather Realschüler erfolgreich an einem innovativen technischen Projekt teilgenommen, an der Waldsassener Realschule im Stiftland sei erstmals die Abschlussprüfung in Tschechisch als zweiter Fremdsprache möglich und in Tirschenreuth entstehe ein berufsbegleitender Bachelor-Studiengang.

"Wer Bildung sät, wird Zukunft ernten", hatte Wirtschaftsförderer Manfred Dietrich seine Präsentation überschrieben. "Wir brauchen Kapazitäten und Kümmerer", forderte er die Unterstützung auf politischer Ebene ein, unter anderem bei der Einrichtung eines "innovativen Lernortes in Richtung Digitalisierung und Industrie 4.0. Unser ländlicher Raum mit seiner hohen Produktionsdichte ist dafür prädestiniert."

Dass bei dem Gütesiegel etwas Greifbares herauskommt, war für Staatssekretär Eisenreich wichtig. "Die Anerkennung heute ist nur ein Zwischenschritt." Als konkrete Beispiele nannte er die in Tirschenreuth formulierten Ziele, einen Zuschussfonds für Schulfahrten einzurichten, Paten für benachteiligte Schüler auszubilden, einen Arbeitskreis mit Generationenprojekten zu bilden und eine Bildungsplattform zu gründen.

Echter Standortfaktor

"Es gibt nichts Teureres als keine Bildung", sagte der Politiker. Der Landkreis Tirschenreuth investiere viel, und das Kultusministerium stelle bis 2018 alle Lehrerstellen sicher, um weitere Verbesserungen im bayerischen Schulsystem zu ermöglichen. Tirschenreuth habe gerade in Zeiten des demografischen Wandels erkannt, wie wichtig die Bildung als echter Standortfaktor sei. Landrat Lippert versicherte, die Plakette sei Verpflichtung und Herausforderung.
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