Biomüll kommt in die Tonne

Für pflanzliche Abfälle richtet der Landkreis ein Abfuhrsystem ein - voraussichtlich ab dem zweiten Halbjahr 2016. Wer seinen Küchenabfall selbst kompostiert, kann das jedoch weiterhin tun. Bild: as
Lokales
Tirschenreuth
19.10.2015
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Wohin mit Kartoffelschalen und Kaffeesatz, verwelkten Blumen und Gemüseresten? Wer selbst keinen Kompost hat, musste Bioabfall bisher in die Restmülltonne werfen. Das soll sich im nächsten Jahr ändern.

Die Biotonne kommt. So viel steht fest, denn der Gesetzgeber lässt dem Landkreis keinen Spielraum mehr (siehe Kasten), "Der Landkreis muss etwas tun", betonte Sachgebietsleiterin Jutta Goossens in der Sitzung des Ausschusses für Abfallwirtschaft, Landwirtschaft, Umwelt und Energie. Die Regierung der Oberpfalz habe unmissverständlich klargestellt, dass die Pflicht zur getrennten Sammlung von Bioabfällen zeitnah zu erfüllen sei. Ansonsten kämen auch "kommunalaufsichtliche Maßnahmen in Betracht".

Bisher setzte der Landkreis auf den traditionell hohen Anteil von Eigenkompostierern in einer ländlich strukturierten Region. Das soll auch so bleiben: Wer selbst seinen Bioabfall sammelt und verwertet, muss sich dem neuen Sammelsystem nicht anschließen. Dann spart er sich auch die zusätzlichen Gebühren. Allerdings darf er biologisch verwertbare Sachen dann auch nicht mehr in die Restmülltonne geben, was stichprobenartig kontrolliert werden soll.

Angeschlossen werden alle Haushalte, die nicht selbst kompostieren können oder wollen. Als denkbaren Beitragsrahmen nannte Jutta Goossens 15 bis 24 Euro pro Jahr bei einer 80-Liter-Biotonne, die alle 14 Tage geleert wird. "Das sind weniger als zehn Cent pro Tag. Das müsste eine umweltgerechte Entsorgung auch wert sein." Überhaupt empfahl die Abfallberaterin, die ganze Sache nicht nur als auferlegte Pflicht, sondern unter dem Umweltaspekt positiv zu sehen. Goossens rechnete trotz der vielen Eigenkompostierer mit nennenswerten Mengen. So habe eine Sortieranalyse des Restmülls 2013 ergeben, dass rund 40 Prozent des Sammelguts biologisch verwertbar wären.

Geplant ist, zunächst nur pflanzliche Abfälle zu sammeln. In der Biotonne nichts zu suchen hätten also alle tierischen Bestandteile, zum Beispiel Fischgräten, Knochen oder Fleischreste. Die Gefäße - gedacht ist an Behälter mit 80 und 120 Litern Fassungsvermögen - will der Landkreis ähnlich wie die Papiertonnen auf eigene Kosten anschaffen und den Haushalten zur Verfügung stellen. Die organischen Abfälle sollen alle 14 Tage abgeholt werden. Vom Bringsystem nahm man Abstand: "Es fährt doch keiner seine Bananenschale kilometerweit weg", sagte die Sachgebietsleiterin.

Wann soll die Biotonne zur Verfügung stehen? Eine Einführung ab 1. Juli 2016 sei machbar, steckte Goossens den Zeitrahmen ab. Allerdings warnte sie schon mal vor, dass dies nicht ohne zusätzliches Personal zu schultern sei. Zur Vorbereitung, Einführung und Kontrolle des Systems sei eine weitere Kraft notwendig.
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