Bomben, Butterfly und Bajonett

Ein Teil der Waffen, die Fahnder der Bärnauer Bundespolizei am Wochenende bei deutschen Reisenden beschlagnahmt haben. Bild: hfz
Lokales
Tirschenreuth
23.11.2015
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Nicht nur Wochenendausflügler kaufen gerne auf den Asia-Märkten jenseits der Grenze ein. Und nicht jedes Schnäppchen ist hierzulande legal.

Regelrechte Sprengstoff- und Waffenarsenale stellten die Fahnder der Bärnauer Bundespolizei am vergangenen Wochenende sicher. Viele Reisende hatten sich mit Waffen, verbotenen Gegenständen und ein wenig Rauschgift eingedeckt. Bei Kontrollen in und um Waldsassen stellten die Bundespolizisten zwei Bajonette, drei Elektroschocker, zwei Softair-Waffen, ein Butterflymesser und ein Springmesser fest.

Die jungen Männer zwischen 25 und 29 Jahren mussten ihr gefährliches "Spielzeug" abgeben und erhielten als Quittung eine Anzeige nach dem Waffengesetz. Außerdem beschlagnahmten die Beamten des Bundespolizeireviers Bärnau 100 illegale Böller und zwei Kugelbomben mit je fast einem Pfund Gewicht bei einem Trio aus Franken. Die drei Männer erwartet eine Anzeige wegen Straftaten nach dem Sprengstoffgesetz. Kurz vor dem Stoppen öffnete der Beifahrer die Autotür und entleerte ein Tütchen. Die Polizisten stellten die Reste des kristallinen Inhalts sicher und übergaben den Verdacht auf Rauschgiftschmuggel an die Kollegen des Zolls.

Einen arbeitsreichen Freitag hatten auch die Schleierfahnder aus Waldsassen. Fast zeitgleich konnten sie mehrere Haftbefehle vollstrecken, einen Rauschgiftschmuggel aufdecken und Fahrten unter Drogeneinfluss unterbinden. Bei der Kontrolle eines Nissan spuckte der Computer einen offenen Haftbefehl für einen 26-jährigen Tschechen aus. Der junge Mann hatte wegen eines Drogendeliktes noch über 400 Euro Strafe zu zahlen. Ersatzweise müsste er für 15 Tage ins Gefängnis. Allerdings konnte er den geforderten Betrag erst mal nicht aufbringen.

Da die Fahrerin Auffälligkeiten für einen kürzlichen Drogenkonsum zeigte, wurde die 23-Jährige zur Blutentnahme ins Krankenhaus gebracht. Bei der Durchsuchung einer weiteren Mitfahrerin fiel den Beamten noch eine kleine Menge Crystal Speed in die Hände.

Erfolgreich war auch die Überprüfung eines Renault aus Großbritannien, dessen Insassen allerdings alle tschechischer Herkunft waren. Auch hier lagen für einen Mitfahrer gleich zwei Haftbefehle vor. Insgesamt hätte der 23-Jährige eine Geldstrafe von fast 4000 Euro wegen vorangegangener Diebstähle zahlen müssen. Da diese Summe doch etwas über seinem Budget lag, wird er die Strafe von insgesamt 250 Tagen im Gefängnis absitzen müssen.

Auch hier musste die Fahrerin wegen Drogenkonsums zur Blutentnahme ins Krankenhaus. Die beiden Männer wurden ins Gefängnis nach Weiden gebracht, wo sie sich gleich miteinander eine Zelle teilen wollten. Die weiteren Mitfahrer mussten sich jeweils eine andere Fahrgelegenheit organisieren, da den Fahrerinnen die Weiterfahrt untersagt wurde und alle anderen Insassen keinen Führerschein besaßen.

Fündig wurde eine Polizeistreife auch bei einem tschechischen Geschwisterpaar. Die beiden waren gerade mit ihrer Mutter und einem weiteren Bekannten auf dem Nachhauseweg von der Arbeit in Deutschland. Bei der Durchsuchung fanden die Beamten jeweils eine kleine Menge Crystal Speed in den Taschen der Geschwister. Die Mutter war gar nicht begeistert, durfte aber ihre Kinder nach der Anzeigenaufnahme wieder mit nach Hause nehmen. Das Rauschgift wurde sichergestellt.

Gleich mehrere Anzeigen handelten sich vier junge Männer aus Baden-Württemberg ein. Im ihrem Audi hatten sie an mehreren Stellen verbotene Gegenstände wie Schlagringe, Butterflymesser und unzulässige Elektroschocker versteckt. Und weil der Fahrer frisch Rauschgift konsumiert hatte, musste er nach der Anzeigenaufnahme das Steuer einem fahrtüchtigen Begleiter überlassen.
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