Breite Ruten aus fernem Osten

Der Arbeitskreis Historisches Handwerk aus Tirschenreuth besuchte den Korbflechter Leonhard Weiß in Röthenbach (vorne), der dieses alte Handwerk noch bestens beherrscht und wahre Kunstwerke fertigt. Bild: kro
Lokales
Tirschenreuth
09.04.2015
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Das richtige Rohmaterial und natürlich ein geschicktes Händchen braucht Leonhard Weiß, damit am Ende herrliche Korbwaren entstehen. Die beeindruckten auch die Mitglieder des Arbeitskreises Historisches Handwerk.

Leonhard Weiß aus Röthenbach bei Reuth ist noch einer der das Korbflechterhandwerk bestens beherrscht. Einen Eindruck von seinen Können konnte sich der Arbeitskreis Historisches Handwerk aus Tirschenreuth am Samstag verschaffen. Alleine die fertigen Produkte versetzten die am alten Handwerk Interessierten in Staunen. Kaum zu glauben, dass man Korbwaren so exakt herstellen kann, dies könnte maschinell nicht besser gelingen.

Der heute 82-Jährige hat sich dieses Handwerk erst nach seiner aktiven Tätigkeit als Waldarbeiter angeeignet. In seiner wohlig warm eingeheizten Werkstatt fühlt er sich so richtig wohl - verrät er - und zieht sich täglich dorthin zurück. Gut ausgewähltes Fichtenholz aus eigenem Wald wird zu zarten Rippen gespalten und zugeschnitzt. Das Flechtmaterial, verschieden breite Ruten, bezieht er meist aus dem fernen Osten. Enorme Preissteigerungen machen jedoch das Korbmachen fast unrentabel. Es zählt die Leidenschaft des rüstigen Rentners und die fertigt reine Kunstwerke, die immer wieder gefragt sind, meist als Dekorationsgegenstände. Ein junge Frau war derart angetan, dass sie in den nächsten Tagen eine eintägige Lehre bei dem Meister absolviert, um ihre Fähigkeiten weiter zu verbessern.
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