Christliche Verpflichtung

Immer wieder bemerkenswert ist die über Jahrzehnte andauernde Treue der KAB-Mitglieder. Für 40 bzw. 50 Jahre wurden ausgezeichnet (sitzend von links) Margot Bauer, Otto Fischer (50 Jahre), Stadtpfarrer Georg Flierl, Theresia Bauer und Annemarie Maier, (stehend) de beiden Vorsitzenden Thomas Pinzer und Monika Bauer, Pater Helmut Stadermann, Monika Zant, Karl Berr, Berta Nürbauer, Werner Maier und Rosi Schön. Bild: heb
Lokales
Tirschenreuth
25.10.2014
12
0

Die KAB ist einer der größten christliche Verbände in Deutschland. Nicht nur die Sorgen der Arbeitnehmer liegen ihm am Herzen. Auch die Asylproblematik ist ein wichtiges Thema, wie die Versammlung in Tirschenreuth zeigt.

Gut gefüllt war der Pfarrsaal bei der Jahreshauptversammlung der Katholischen Arbeitnehmerbewegung. Stadtpfarrer Georg Flierl nahm die Gelegenheit zum Anlass, auf die Situation der Asylbewerber hinzuweisen. Den Dekan erschreckte, dass in heutiger Zeit tausende von Menschen ihre Heimat verlassen müssten, um in anderen Ländern Schutz zu suchen. Auch vor Ort sei derzeit die Unterbringung von weiteren Asylbewerbern ein großes Thema.

Bürgermeister Franz Stahl rief die Situation von vor zehn Jahren ins Gedächtnis. Damals sei das Asylbewerberheim an der Bärnauer Kreuzung gebaut worden. Nach Jahren einer eher entspannten Situation müsse jetzt aber wieder mit weiteren Zuteilungen gerechnet werden. "Diese hilfesuchenden Asylbewerber brauchen eine menschenwürdige Unterkunft. Dies ist als christliche Verpflichtung zu sehen!" Ein besonderes Problem seien Minderjährige, die ohne Eltern in Deutschland Schutz suchten. Hier müsse das Jugendamt für eine fachkundige Betreuung sorgen.

Vorsitzender Thomas Pinzer ging auf den Begriff "Pflegebedürftigkeit" ein und verlas unter anderem ein Schreiben der KAB-Deutschland an die Bundesregierung. Seit 2009 schon spreche sich die KAB für eine Erweiterung der Pflegestufen auf mindestens fünf und ein modifiziertes Begutachtungssystem aus.

Besonders müssten neben den körperlichen auch die psychischen Einschränkungen berücksichtigt werden. Die dramatisch wachsende Zahl an Demenz erkrankter Pflegebedürftiger erfordere dies. Den von der Bundesregierung angeregten "Pflegevorsorgefonds" lehne die KAB allerdings ab. Damit stehe ein weiterer und radikaler Schritt aus der solidarischen Umlagefinanzierung heraus an. Die KAB befürchtet laut Pinzer, dass so ein Fonds zum Selbstbedienungsladen für sachfremde Ausgaben werde. Gebraucht werde stattdessen eine solidarische Bürgerversicherung, an der sich auch die Unternehmen paritätisch beteiligen würden. Gleichzeitig kritisierte der Vorsitzende, "dass Pflegefachkräfte immer noch mit 8,50 Euro abgespeist werden". Weiter zitierte er die Bundes-KAB: "Um weiterhin die Würde der zu Pflegenden zu garantieren, müssen mehr Pfleger eingestellt und die Rahmenbedingungen für die häusliche Pflege verbessert werden." Sie fordere deshalb eine grundlegende Neudefinition, um den pflegenden Angehörigen eine existenzsichernde Grundlage zu schaffen.

Bürgermeister Stahl wusste um die Probleme im Pflegebereich. So soll mit dem Projekt "Leben+" des Bayerischen Roten Kreuzes, das mit Unterstützung der "Glücksspirale" seit November 2012 bereits im Landkreis läuft, älteren Menschen ein "umsorgtes Wohnen" ermöglicht werden. Auch für den Raum Tirschenreuth soll dafür jetzt ein Netzwerk aufgebaut werden.
Weitere Beiträge zu den Themen: Oktober 2014 (9309)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.