Das böse Wort vom Flächenfraß

Lokales
Tirschenreuth
11.02.2015
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Wie viel Fläche braucht der Mensch? Kommt drauf an, ob er in Wohnbatterien oder Freilandhaltung lebt. Ja selbst im Tod kommt er nicht ganz ohne Flächenverbrauch aus.

Wenn's um die Nutzung der Fläche für den menschlichen Gebrauch geht, gibt's das böse Wort vom "Flächenfraß". Indes kann keiner Fläche fressen, er kann sie nicht mal verbrauchen. Der Mensch kann Fläche nur nutzen.

So gesehen, gibt es drei Flächenarten: Landwirtschafts- samt Waldfläche, Wasserfläche und Siedlungs- und Verkehrsfläche. Darunter fallen Häuser, Straßen, Plätze, Gewerbegebiete aber auch Sportplätze und Grünanlagen. Letztere liegen bei 9343 Hektar. Dieser Wert galt Anfang 2014, aktuellere Zahlen gibt's noch nicht.

Das heißt jetzt aber nicht, dass der Rest die pure Natur war und ist. Ackerbau und Viehzucht sind auch Formen der menschlichen Nutzung und dafür braucht's landwirtschaftliche Fläche. Und der Wald steht nicht nur still und schweiget, sondern bringt das Holz für Möbel, Häuser und Kamine.

Landwirtschaftliche Fläche gibt es im Kreis Tirschenreuth aktuell 45 000 Hektar, das sind 41,5 Prozent der Gesamtfläche. Die Waldfläche liegt aktuell bei 51 359 Hektar oder 47,4 Prozent.

Außerdem kommt es bei der Frage, wie viel Fläche der Mensch braucht, darauf an, für was. Im Prinzip reichen 1,5 Quadratmeter. Im Büro müssen es mindestens 10 Quadratmeter sein. Aber Büros lassen sich übereinander stapeln.

Tatsächlich für Siedlungs- und Verkehrszwecke genutzt werden im Kreis Tirschenreuth fürs Wohnen 1719 Hektar und für Gewerbe und Industrie 398 Hektar. Rechnen wir die Flächen für Wohnungen, Straßen und Betriebe auf die Zahl der hier lebenden Menschen um, kommen wir auf 1271,9 Quadratmeter pro Nase. Da liegen wir schlechter als der Bundesdurchschnitt mit 598,9 Quadratmetern. Vergleiche zu früher sind dabei nicht möglich, nach dem Zensus 2011 haben sich die Einwohnerzahlen so verändert, dass die Zahlen nicht mehr vergleichbar sind.

Bis auf eine (etwas makabere) Konstante: die vorgenannten 1,5 Quadratmeter. Die stehen in der Friedhofsordnung - in der Regel wird eine Sarggröße von zwei Meter Länge und 75 Zentimetern Breite hierzulande als ausreichend definiert. Wer allerdings aus ökologischen Gründen übers Grab hinaus dem Flächenfraß Einhalt gebieten will, kann sich auch in Rauch auflösen. Das spart Platz.
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