Deponie Steinmühle mit erfreulichen Zahlen - 46 000 Tonnen hauptsächlich aus anderen ...
Gasaustritt wie bei größerem Kuhstall

Lokales
Tirschenreuth
25.03.2015
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Hausmüll wird schon seit 20 Jahren nicht mehr in Steinmühle abgelagert. Der wandert in die Müllverbrennung nach Schwandorf. Dass die Deponie dennoch stetig wächst, liegt an anderen Abfällen. Allein im Jahr 2014 kamen 46 000 Tonnen inertes Material dazu.

In die Deponieklasse 1 fallen beispielsweise Glasabfälle und Asbestzement, Dämmmaterial, Beton, Ziegel, Sanitärporzellan und Rigipsplatten. Auffallend dabei ist der hohe Anteil aus anderen Landkreisen, die oft selbst keine geeigneten Deponien haben. Nur etwa 3400 Tonnen der angelieferten Stoffe stammten aus dem Landkreis Tirschenreuth.

Abdeckmaterial

Etwa die Hälfte des gesamten angelieferten Materials wurde als Abdeckmaterial für gefährlichere Stoffe benötigt - beispielsweise in Form von Rost- und Kesselasche. "Die ist hervorragend geeignet, um Asbest abzudecken", schilderte Deponieleiter Peter Förster im Ausschuss für Abfallwirtschaft, Landwirtschaft, Umwelt und Energie. Letztlich beseitigt wurden in Steinmühle vergangenes Jahr gut 23 000 Tonnen.

Um jede Umweltgefährdung auszuschließen, müssen die Stoffe sauber eingebaut und abgedichtet werden. Im Ausschuss ließ der Deponieleiter einen dicken Ordner herumgehen mit entsprechenden Berichten und Kontroll-Formularen, unter anderem an die Regierung und das Wasserwirtschaftsamt.

"Die ersten acht Wochen des Jahres gehen bei uns durch Statistiken und Berichte kaputt", umriss er den Aufwand. Auch Eingangskontrollen und Schwermetall-Analysen kosten viel Zeit, lohnen sich aber: "Es gab keine Überschreitung", freute sich Förster. 19 Anlieferungen wurden allerdings gleich im Vorfeld abgelehnt.

Das untersuchte Sickerwasser zeigte keine Auffälligkeiten. Die Stickstoffbelastung in alten Bauabschnitten sei im Vergleich zu landwirtschaftlich erlaubten Einflüssen sehr gering. Immer kleiner wird auch die abgesaugte Deponiegasmenge: Die Hochtemperaturfackel verbrannte 2014 nur noch 190 000 Kubikmeter Gas. Zu Spitzenzeiten fiel hier vor 20 Jahren schon mal die 20-fache Menge an. Auch die punktuellen Gasaustritte aus dem Deponiekörper hielten sich im Rahmen, berichtete Peter Förster: "Das ist wie bei einem größerer Kuhstall."

Bei einem Blick auf die Gesamtstatistik der Deponie Steinmühle wurde deutlich, dass bei einem Gesamtvolumen von 2,4 Millionen Kubikmetern noch ungefähr die Hälfte zur Verfügung steht. "Die Deponie hat eine Restlaufzeit von mehr als 25 Jahren", bekräftigte der Leiter. Vor allem bei der Beseitigung von Asbest sei der Trend rückläufig, so dass die Deponie eher noch für 40 Jahre reiche.

Landrat Wolfgang Lippert sprach von "gigantischen Maßnahmen" zur Absicherung der Deponie, damit von ihr keine Umweltgefährdung ausgeht. So sind allein im laufenden Jahr 2,8 Millionen Euro für die Basisabdichtung eines weiteren Bauabschnitts veranschlagt. Voraussichtlich erst 2016 verwirklicht wird die Erweiterung des Deponiegebäudes, um mehr Platz für das Archiv und die Öffentlichkeitsarbeit zu haben.

Planmäßiges Defizit

Erfreuliches Fazit im Ausschuss: Trotz der enormen Investitionen sind für den Bereich Abfallwirtschaft/Restmülldeponie keine Kredite nötig. Die Gewinn- und Verlustrechnung schließt zwar mit einem Minus von 833 000 Euro ab. Doch dabei handelt es sich um ein planmäßiges Defizit, um die Überschüsse der Vorjahre abzubauen. Davon ist immer noch ein Rest von über 2 Millionen Euro vorhanden. Solange dieses Finanzpolster nicht aufgebraucht ist, müssen die Bürger wohl auch keine höheren Restmüllgebühren zahlen.
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