Der Angst stellen und umdenken

Man kann selbst entscheiden, ob man gekränkt sein will und wie lange.
Lokales
Tirschenreuth
31.01.2015
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Mit ihrem Skateboard hat Schwester Teresa Zukic vor Jahren die Aufmerksamkeit auf sich gezogen. Mit ihren Vorträgen kann sie die Menschen nicht minder begeistern.

Einen enormen Zuspruch erlebte der Vortrag "Jeder ist normal, bis du ihn kennst" der Ordensfrau am Mittwoch im Pfarrheim. Mindestens 30 Besucher mussten wieder nach Hause gehen oder fahren, weil sie keinen Platz mehr bekamen. KEB und Dekanat Tirschenreuth, die zum neuen Bestseller-Vortrag der Nonne eingeladen hatten, bedauern dies sehr.

Schwester Teresa stellte zunächst sich und ihren ungewöhnlichen Lebenslauf vor. So begann ihre Karriere als Leistungssportlerin (Badische Meisterin). Über die Bergpredigt hätte sie zu Gott gefunden und für ihn den Sport aufgegeben, erzählte die Ordensfrau. Es folgten Stationen als Streetworkerin und Gemeindereferentin und eben als "Skateboard fahrende Nonne". Vor 20 Jahren gründete Schwester Teresa ihren eigenen Orden. Die Kleine Kommunität war 17 Jahre lang in Pegnitz angesiedelt, seit drei Jahren in Erlangen. Zum zehnjährigen Bestehen hätte sie Gott um ein Auto gebeten - und 100 000 Euro bei der Quizshow gewonnen. Schwester Teresa ist außerdem Autorin (Neuestes Buch: "Dir nah sein") und hält rund 180 Vorträge im Jahr, malt und kocht gerne (Youtube: Kleine Häppchen mit Schwester Teresa). Sie wurde mit verschiedenen Preisen ausgezeichnet, darunter der Kulturpreis Literatur und der Bundesverdienstorden.

Jeder hat Marotten

"Mein Leben ist mein Hobby", versichert die Referentin. Daraus entstand auch der neueste Vortrag "Jeder ist normal, bis du ihn kennst". Alles, was man kaufen kann, könne man umtauschen - Menschen aber nicht. Anfangs sehe man nur das Gute in jemanden. Doch jeder habe seine Marotten, Ticks und Launen, die man erst später kennenlernt. Alle Menschen bräuchten Liebe und Zuwendung, haben Sehnsucht nach einem friedvollen Zusammenleben. Das wäre möglich - wenn wir nach den Normen leben würden, die uns Gott gegeben hat. "Doch die Menschen sind wie Stachelschweine und tragen ihr kleines Waffenarsenal aus Neid, Zorn, Kränkungen oder Egoismus mit sich herum." Sie selbst habe mit 40 Jahren beschlossen, sich ab sofort nicht mehr kränken zu lassen. Voran gegangen waren viel Neid und Anfeindungen. Sie wurde auf Schritt und Tritt beobachtet. Am Ende folgte sogar die seelische Erkrankung. "Eine Frau, eine dicke Frau, und dann noch eine erfolgreiche dicke Frau, das stört immer jemanden." Sie habe schmerzlich lernen müssen, dass sie nicht "das hilflose Opfer" war. Denn stets gebe es den, der kränkt und auch den, der das zulässt. Entscheidend sei auch, wie es durch uns bewertet wird. "Das ist der wunde Punkt. Man kann lernen, weniger verletzt zu sein, man könne die Verletzung aus eigener Kraft überwinden, selbst entscheiden, ob man gekränkt sein will und wie lange." Dazu müsse man seine Gefühle verstehen lernen, um die Probleme bewältigen zu können.

"Negative Gedanken machen negative Gefühle - was man denkt, fühlt man." Man könne sich in etwas hinein steigern und es wird immer größer, man könne sich der Angst stellen oder umdenken. Schon Jesus zeigte uns Methoden, Konflikte zu beseitigen. Ein Tipp von Schwester Teresa: Nehmen, wie er/sie ist und lernen damit umzugehen.
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