Der Markt ist verunsichert

"Die Bayerische Milchindustrie ist hier auf einem guten Weg", sagt Peter Hartmann.
Lokales
Tirschenreuth
27.04.2015
6
0

Milchbauern sind sozusagen "global player". Ihr Produkt muss sich auf dem Weltmarkt behaupten. Nach dem Russland-Embargo steht jetzt Asien im Fokus. Und dann ist da noch der Bio-Boom.

Trotz eines kleinen Durchhängers im vergangenen Jahr: Der Milchkaufvertrag mit der Bayerischen Milchindustrie (BMI) hat sich für den Milchhof Tirschenreuth bewährt. Bernhard Schuller aus Pirk, Vorstandsvorsitzender der Erzeugergemeinschaft, sah bei der Generalversammlung im Kettelerhaus mit Zuversicht in die Zukunft.

Erfreut zeigte sich Schuller, dass die Milchpreisanpassung geringfügig nach oben ging. Als Resümee für 2014 stellte er fest, dass das Jahr mit 41,27 Cent pro Liter glänzend begann, am Ende aber mit 32,77 Cent mäßig endete. Wie sich der Milchpreis nach Ende der Quotenregelung entwickeln wird, dazu konnte er keine Prognose abgeben.

Der Sprecher verwies darauf, dass die Milcherzeugung 2014 um 4,3 Prozent angestiegen ist. Die sinkende Nachfrage vor allem aus Russland und China habe den Milchmarkt sehr stark unter Druck gesetzt. Für die Preisentwicklung werde es in diesem Jahr von großer Bedeutung sein, wie schnell wieder ein Mengengleichgewicht eintrete. Nur dann rechne sich die Milchviehhaltung wirtschaftlich.

Schuller appellierte an alle Mitglieder, das anspruchsvolle Angebot im Tirschenreuther Verkaufsladen auch zu nutzen. "In diesen Produkten findet sich unsere Milch wieder." Aktuell hat die Genossenschaft 493 Mitglieder mit 22 625 Anteilen und über 1,2 Millionen Euro Geschäftsguthaben. Durchschnittlich 301 Erzeuger lieferten im vergangenen Jahr 74 408 32 Kilogramm Milch, was einen Anstieg von 1,85 Prozent im Vergleich zum Vorjahr bedeutet. Fast 29 Millionen Euro wurden dafür von der BMI ausbezahlt, im Schnitt 96 100 Euro pro Lieferant.

Peter Hartmann, Vorstandssprecher der BMI aus Landshut, verwies darauf, dass es aktuell sehr schwierig sei, die Milchpreisentwicklung einzuschätzen. Augenblicklich verhalte diese sich eher untypisch. Wichtig sei vor allem, nach dem Embargo von Russland neue Märkte zu erschließen - besonders im asiatischen Raum. "Die BMI ist auch hier auf einem guten Weg." Schließlich exportiere sie 52 Prozent ihrer Produkte.

Erfreut zeigte sich der Sprecher, dass die Erfassungskosten um rund 10 Prozent gesenkt werden konnten, immerhin Einsparungen von rund einer Million Euro. Stark im Steigen sei die Bio-Milch. Dieser Bereich sollte noch weiter ausgebaut werden. Nach dem Wegfall der Milchquote rechne er mit einem leichten Anstieg der Milchmenge, aktuell sei dies jedoch noch nicht feststellbar. Hartmann rechnete auch mit etwas geringeren Preisen. "Der Markt ist derzeit leicht verunsichert."

Revisor Günter Edelmann ging mit seinem umfangreichen Zahlenwerk detailliert auf den Jahresabschlussbericht ein. Das Gesamtvermögen der Genossenschaft bezifferte er auf über 6 Millionen Euro. Der Jahresüberschuss betrug 141 047 Euro, was mit dem Gewinnvortrag einen Bilanzgewinn von 368 44 Euro ausmacht. Aufsichtsratsvorsitzender Ludwig Eckert aus Laub bestätigte den Bilanzgewinn. 36 300 Euro werden für Ergebnisrücklagen verwendet, 331 44 Euro auf neue Rechnungen vorgetragen.

Bei den Wahlen wurde Bernhard Schuller erneut in den Vorstand gewählt. Bei der Wahl der Aufsichtsratsmitglieder wurden Lorenz Werner aus Hardeck und Johannes Fröhlich aus Ebersbrunn wieder bestätigt.
Weitere Beiträge zu den Themen: April 2015 (8563)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.