Der Weiße Ring hilft Opfern von Kriminalität nicht nur finanziell - Infostand in Tirschenreuth
Oft völlig aus der Bahn geworfen

Mit einem Infostand im Tirschenreuther E-Center informierte der Weiße Ring über seine Arbeit. Mit dabei waren (von links) Filialleiter Stefan Otto, Marktinhaber Matthias Luger, Landesvorsitzender Josef Wittmann, Polizeihauptkommissar Hermann Weiß, Karolina Wittmann und Bürgermeister Franz Stahl. Bild: jr
Lokales
Tirschenreuth
04.04.2015
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Josef Wittmann ist einiges gewohnt. Der frühere Chef der Polizeidirektion Weiden hat in seinem Beruf allerhand Leid gesehen. Und auch in seiner neuen Aufgabe macht er immer wieder schmerzvolle Erfahrungen: "Besonders wenn Kinder betroffen sind", sagt der Landesvorsitzende des Weißen Rings, zugleich auch Mitglied des Bundesvorstands.

Mit einem Infostand im Tirschenreuther E-Center stellte Wittmann die Aufgaben seiner Organisation vor, die sich im besonderen Maße der Opfer von Kriminalität annimmt.

Josef Wittmann leitet den Landesverband Bayern-Nord mit rund 5000 Mitgliedern. Bundesweit zählt der Weiße Ring über 50 000 Mitglieder. In seinem Landesverband kann sich Wittmann auf seine 200 ehrenamtlichen Mitarbeiter verlassen. Gegründet wurde der Weiße Ring 1976 in Mainz von Eduard Zimmermann.

"Wir helfen Kriminalitätsopfern, die oftmals nach dem Geschehenen völlig aus der Bahn geworfen wurden", so Wittmann. Die Polizei informiert in der Regel die Opfer über mögliche Hilfestellungen, ehe sich die Menschen an den Weißen Ring wenden. Finanziert werden die Leistungen durch Mitgliedsbeiträge und Zuweisungen, die oftmals von Gerichten zugesprochen werden. Manchmal erhält der Weiße Ring auch Gelder aus Vermächtnissen und Spenden. "Wir stehen in engen Kontakt mit der Bayerischen Justiz, die uns Strafgelder zukommen lässt." Gleichzeitig versucht der Weiße Ring aber unabhängig zu arbeiten.

Kurz schilderte Wittmann Fälle, wie unschuldigen Opfern zumindest finanziell geholfen werden konnte. Außerdem gibt es auch Rechtsberatung. Wittmann machte deutlich, das Opfer von Gewalttaten Anspruch auf Entschädigung haben. Wenn von den Tätern nichts zu holen ist, tritt das Opferentschädigungsgesetz in Kraft. Und genau hier fordert der Weiße Ring bessere Leistungen.

Bürgermeister Franz Stahl bedauerte, dass die Gesellschaft oft brutal und wenig rücksichtsvoll ist. "Opfern muss geholfen werden." In diesem Zusammenhang dankte er ausdrücklich Josef Wittmann und seiner Gattin Karolina, die viel Zeit und Engagement in ihre Aufgabe steckten. "Solche Menschen brauchen wir."
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