Die Eltern mitnehmen

Eine "Unabhängige Beratungsstelle für Inklusion" wird jetzt am Staatlichen Schulamt Tirschenreuth, mit festen Beratungs- und Sprechzeiten, eingerichtet. Geleitet wird die Stelle von den Studienrätinnen Anna Merzinger (Zweite von links) und Sonja Wegmann. Vorgestellt wurde die Einrichtung von Landrat Wolfgang Lippert (links) und Schulamtsdirektor Wolfgang Krauß. Bild: jr
Lokales
Tirschenreuth
15.11.2014
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In Sachen Inklusion ist der Landkreis Vorreiter. Und auch das Schulamt übernimmt eine Pionierrolle und schafft eine unabhängige Beratungsstelle - nicht nur für Schüler.

"Dies ist ein wichtiger und richtiger Schritt", dankte Landrat Wolfgang Lippert bei der Vorstellung der neuen Einrichtung. Geleitet wird sie von Schulpsychologin Anna Merzinger und Studienrätin Sonja Wegmann. Telefonsprechzeit (09631/88-480) ist jeden Donnerstag von 13.30 bis 15 Uhr, Präsenzsprechzeit von 15 bis 15.45 Uhr. Weiter gibt es Termine nach Vereinbarung.

Die Beratungsstelle für Inklusion ist für die Eltern und Kinder der Grund- und Mittelschulen sowie der Förderzentren im Schulamtsbezirk Tirschenreuth zuständig, steht aber grundsätzlich auch allen Eltern anderer weiterführender Schulen zur Seite. Schulamtsdirektor Wolfgang Krauß sah ein breites Aufgabenfeld der beiden Damen: Kontaktpflege, Vernetzung bereits bestehender Hilfs- und Stützsystemen, Aufklärungsarbeit bei schulvorbereitenden Einrichtungen, Kindertagesstätten, Horten, therapeutischen Fachdiensten, Erziehungsberatungsstellen, Kinder- und Jugendpsychiatrie, Kliniken und sozialpädiatrische Zentren.

Konkrete Hilfen

Die Eltern werden beraten beim Übergang vom Kindergarten in die vorschulische Einrichtung, es werden mögliche Schullaufbahnwege des Kindes in Abhängigkeit von den regionalen Möglichkeiten aufgezeigt. Weiter gibt es Informationen über konkrete Angebote, zum Beispiel über Schulbegleitung, Therapeuten, Fördermöglichkeiten und vieles andere mehr. Unterstützung finden die Eltern über optimale Lern- und Entwicklungsmöglichkeiten in den Bereichen Lernen, Sprache, Verhalten und Motorik.

Gerne übernimmt die Beratungsstelle auch die Moderation und unterstützt die Eltern bei Gesprächen mit Schulleitern, Lehrkräften und Schulbegleitern. Wolfgang Krauß betonte: "Die Eltern werden von Beginn an auf diesem Weg mitgenommen, bleiben aber Herr des Geschehens. Die Entscheidung über das Vorgehen liegt ausschließlich bei den Eltern."

Es gibt im Landkreis zwei Grundschulen (Mitterteich und Tirschenreuth) mit inklusivem Profil. Außerdem ist an der Grundschule Mitterteich eine Tandemklasse eingerichtet, arbeiten in elf Klassen Regelschulkinder und Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf zusammen. Unterwegs ist ferner ein "Mobiler, sonderpädagogischer Dienst" an Grund- und Mittelschulen im Landkreis. An der Mittelschule Wiesau besteht ein "Alternatives schulisches Angebot" in Form einer hausinternen Erziehungshilfe. Eine offene sonderpädagogische Beratung wird an den Förderzentren Tirschenreuth und Immenreuth geleistet.

Landrat Wolfgang Lippert bescheinigte Mitterteich eine Führungsrolle in Sachen Inklusion. Sein Ziel sei es, sich immer mehr mit dem Inklusionsgedanken anzufreunden und ihn zu verinnerlichen. Der Landrat kündigte an, das Thema auf den ganzen Landkreis ausdehnen zu wollen. "Inklusion ist etwas Modernes, unser Landkreis übernimmt da eine Vorreiterrolle, alle sollen davon profitieren." Dank zollte er dem Staatlichen Schulamt, dass er jetzt diesen Weg geht. Schulamtsdirektor Wolfgang Krauß freute sich über die Pionierrolle und erkannte neue Impulse. "Landkreis und Schulamt bilden eine Einheit, wir haben ein tragfähiges Konzept. Menschlichkeit ist ansteckend." Notwendig sei vor allem auch die Erziehungspartnerschaft mit den Eltern.

Nur das Beste für Kinder

Lippert hakte ein und betonte: "Wir müssen immer das Beste für unsere Kinder wollen, wobei mitunter auch Lehrer Hilfe für den Unterricht brauchen." Sonja Wegmann kündigte an, Lehrer für diesen gemeinsamen Prozess auch Hilfsmittel an die Hand zu geben.
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