Die Not und das Elend lindern

Immer wieder werden von der Aktion Solidarität alte Nähmaschinen nach Ruanda gesandt. Dort sind sie gerade in der Schule in Muhasi eine wertvolle Hilfe bei der Ausbildung. Bild: Privat
Lokales
Tirschenreuth
04.01.2015
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Während in Deutschland gerade an den Festtagen die Tische überquellen, bleibt die Lage für viele Menschen bedrohlich. Viele Kinder blicken in eine ungewisse Zukunft. Die "Aktion Solidarität" dankt in einer Rückschau für die Hilfe. Und hofft natürlich weiter auf die Unterstützung für die Ärmsten der Armen.

Alle Hände voll zu tun haben Pater Danko Litric, Dr. Uta-Elisabeth Düll oder Irene Baumgärtner das Jahr über in ihren Einrichtungen in Afrika. Unermüdlich wirken Sie, damit ihre Schützlinge eine Zukunft haben. Oft geht es dabei gerade für die Jüngsten um das blanke Überleben. Die Not lindern und dann noch eine Perspektive bieten sind kraftraubende Anstrengungen, bei denen die Aktion Solidarität als treuer Partner zur Seite steht.

Dank und Hoffnung

Für alle Aufgaben investieren die ehrenamtlichen Helfer und Mitglieder viel Zeit. Die "Schreibarbeit" kommt dabei etwas zu kurz. Doch zum Jahresende sind wieder Weihnachtsbriefe aus Ruanda im Stiftland eingetroffen. Darin danken Pater Danko und Dr. Uta-Elisabeth Düll für die Unterstützung. Und auch die Verantwortlichen der Aktion Solidarität nutzen den Jahreswechsel, um allen Spendern, Paten und Helfern einen herzlichen Dank auszusprechen - verbunden mit der Hoffnung auf weitere Unterstützung. Denn gerade die Kinder in Afrika brauchen jede nur erdenkliche Hilfe. In seinem Brief nach Nordbayern schildert Pater Danko seine Bemühungen in dem Land, das ihm seit 1981 eine zweite Heimat geworden ist. Gerade das Jugendzentrum in Kigali konnte seit 2001 dank der Hilfe durch die Aktion vielen jungen Leuten eine Zukunft bieten. "Durch ihre Patenschaftsbeiträge und Hilfen haben unsere Schützlinge eine Ausbildung in diversen Berufen erhalten und somit den Start in ein selbstständiges Leben geschafft", beschreibt der Don Bosco-Salesianer die Bedeutung der Hilfe aus Deutschland.

Hilfe für Kinder

Vor sechs Jahren hat Danko mit einer Berufsschule in Muhasi ein neues, wichtiges Projekt ins Leben gerufen. Hier sollen vor allem Kinder unterrichtet werden, die bislang kaum oder gar nicht zur Schule gehen konnten. Armut, aber auch der zu weite Weg, haben den Schulbesuch erschwert. Nachdem der Ort ohne Strom auskommen muss, sind gerade die mechanischen Nähmaschinen höchst willkommen.

Eine wertvolle Hilfe beim Schulprojekt in Muhasi sind laut dem Bericht des Geistlichen die Schwestern von der "Gemeinschaft der Freundinnen der Armen". Sie würden sich gerade bei der Betreuung der Armen, Alten Kranken und Waisenkinder einsetzen. "Für diese Kinder bitte ich sie inständig um ihre weitere Hilfe und Unterstützung", schreibt Danko. "Die Schwestern kennen die Familien, die Kinder und ihre Not". Der Geistliche hofft dabei gerade auf die Patenschaften. "Wir sind ihnen allen von Herzen dankbar", betont der Geistliche auch im Namen der "Freundinnen der Armen" sowie ihrer Schützlinge. "Das Elend lindern" bleibt die große Aufgabe von Dr. Uta-Elisabeth Düll im Centre de Sante Gikonko. In ihrem Brief beschreibt Sie in ernüchternder Weise die beiden "Welten" in dem ehrgeizigen Ruanda. Während in der Hauptstadt Kigali die Hochhäuser immer schneller in den Himmel wachsen, kommt der Fortschritt auf dem Lande eher zögerlich an. Zwar gelte Ruanda mit der "Mutuelle", der landesweiten Krankenkasse, in Afrika als Vorbild, doch viele Menschen könnten sich die vier Euro Jahresbeitrag nicht leisten.

Malaria bleibe der Hauptkiller in der Region und auch nicht alle Eltern könnten das Geld für die Schulspeisung ihrer Kinder aufbringen. "Jeden Tag stehen Patienten bei uns Schlange", schildert die Ärztin die Lage. Darunter auch Mütterchen, die hoffen, mit einem Nahrungspäckchen nach Hause gegen zu können. Mit Blick ins neue Jahr weiß die Ärztin von anstehenden Reparaturen in dem jetzt 40 Jahre alten Krankenhaus. Ohne Spenden könnten nicht einmal mehr die laufenden Gehälter sowie die notwendigen Medikamente bezahlt werden. Doch will die Medizinerin in ihrem Brief auch "einige Freuden" mit den Menschen in Deutschland teilen.

Neue Freundschaften

Besonders bewegen die Ärztin die chirurgischen Eingriffe bei Kinder mit Wasserkopf oder offenem Rücken. Zu vielen würden sich durch die regelmäßigen Kontrolluntersuchungen tiefe Freundschaften aufbauen. Zudem gebe es neue Freundschaften unter den Müttern. Das sei die beste Hilfe für sie, welche oft mit Sorgen, Vorwürfen, Schuldgefühlen leben, denn ein behindertes Kind ist eine "Strafe Gottes".

In ihrem Schreiben dankt Dr. Uta-Elisabeth Düll für die Unterstützung und gibt sich hoffnungsvoll: "Wir zählen auch weiterhin auf Ihre großzügige Hilfe für alle, die mit ihren Sorgen zu uns kommen!"
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