"Diesen Rausch nicht missen"

Landschaften und Stadtsilhouetten sind die Spezialitäten von Wilhelm Burucker. Sechs Wochen dauert seine Präsentation im "Seenario".
Lokales
Tirschenreuth
15.05.2015
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Bisher waren seine Arbeiten ausschließlich in der Stiftland-Oase zu bewundern. Mit seiner neuesten Präsentation wagt Wilhelm Burucker erstmals den Sprung in die Öffentlichkeit. Sechs Wochen lang sind etwa 25 seiner Arbeiten im Frühstücksraum des Hotels "Seenario" zu bewundern.

Wilhelm Burucker ist gelernter Koch und hat sich das Malen als Autodidakt angeeignet. Infiziert wurde er bei einem Malkurs, den der ehemalige Leiter der Tirschenreuther Kunstschaffenden, Johann Schiffmann in der Stiftland-Oase angeboten hatte. Schon da entpuppte sich Burucker als wahres Naturtalent. Virtuos geht er seither mit Acrylfarben, Kohle, Kreide, Pinsel, Spachtel und Spraydose um. Am liebsten arbeitet er mit Acrylfarben, schätzt vor allem deren Leuchtkraft und die Einfachheit bei der Verarbeitung. Fast respektlos sieht es aus, wenn er die Leinwand bearbeitet und aus dem weißen Nichts Landschaften und Stadtsilhouetten hervorzaubert.

Vom Kochlöffel zum Pinsel

Der gebürtige Erbendorfer sagte bei der Vernissage, dass er genauso leidenschaftlich wie er jetzt Maler ist, vorher Koch gewesen sei. Als Chefkoch italienischer Küche lernte er dabei München, Frankfurt und Hamburg kennen. 20 Jahre war er in deutschen Metropolen unterwegs, bevor er ins Stiftland zurückkam. Jetzt greift er seinen Eltern in deren Gasthof "Rotes Ross" unter die Arme. Aktuell malt Burucker Landschaften mit der Nass-in-Nass-Technik mit Acryl auf Leinwand oder Papier. Wie er die Kunst sieht, beschreibt er mit einem Monet-Zitat: "Kunst ist für mich wie eine Krankheit, wie ein Rausch. Ich möchte die Krankheit nicht vermissen, denn ich brauche den Rausch."

Zu seiner Ausstellung waren etwa 50 Leute ins "Seenario" gekommen. Musikalisch gestaltete die Musikgruppe der Stiftland-Oase Weiden die Vernissage. Die Präsentation ist eine Gemeinschaftsarbeit zwischen der Stiftland-Oase und der Selbsthilfegruppe (SHG) Behinderte/Nichtbehinderte. Deren Vorsitzende Martina Sötje erzählte, dass sie vor sechs Jahren auf das Talent Wilhelm Burucker aufmerksam geworden sei. Ihre Tochter machte damals ein Praktikum in der "Oase" und wünschte sich ein Bild des Malers zu Weihnachten.

Intensive Zusammenarbeit

Sozialteam-Chef Werner Apfelbacher sah in der Ausstellung eine weitere Intensivierung der Zusammenarbeit zwischen seiner Institution und der Selbsthilfegruppe.
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