Dr. Klaus Arbter begeistert bei seinem Diavortrag im Landratsamt 99 Zuschauer mit ...
Kappl, Toskana und das Frankenland

Klaus Arbter mit seinem Arbeitsgerät, einen Diaprojektor mit Fernbedienung, ein paar Magazine, bestückt mit 100 Dias. Mehr braucht es nicht an Hardware. Was da vorne auf der Leinwand zu sehen ist, erklärt der Autor aus dem Stegreif und vermittelt damit starke Eindrücke - Landschaften, in denen die Seele eben baumeln kann. Bild: Grüner
Lokales
Tirschenreuth
11.03.2015
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Seit mehr als 15 Jahren lädt, immer wenn es Frühling wird, Dr. Klaus Arbter in Zusammenarbeit mit der Volkshochschule zum Diavortrag in den großen Saal des Landratsamtes ein. Dabei ist Diavortrag wörtlich zu nehmen. Denn Arbter ist einer der wenigen, die der analogen Fotografie treu geblieben sind. Er setzt nicht auf Effekthascherei, sondern wirft per mechanischem Projektor Bild für Bild auf die Leinwand.

Nicht einmal die Möglichkeit der Überblendung nutzt er dabei. Aber die Dunkelpausen zwischen den Bildern stören niemanden. Seine Fans wissen das und wären womöglich sogar enttäuscht, setzte er plötzlich auf moderneres Gerät.

Die schönsten Plätze

Diesmal hatte er seine Schau mit "Seelenlandschaften" überschrieben und nahm seine 99-köpfige Reisegruppe mit an die schönsten Plätze der Oberpfalz, nach Italien und nach Unterfranken, wo er als Flüchtlingskind aufgewachsen ist.

Jahrzehnte lang war Dr. Klaus Arbter Kreisvorsitzender des Bundes Naturschutz und hat für Landschafts-, Denkmal- und Artenschutz gekämpft. Natürlich nutzt er auch heute jede Gelegenheit, sich für diese ehernen Ziele einzusetzen. So auch bei diesem Vortrag, wo er mit exzellenten Landschaftsbildern unserer Oberpfälzer Heimat einstieg und stets darauf hinwies, welche verheerenden Auswirkungen Windkraftanlagen inmitten dieser "Seelenlandschaften" anrichten würden.

Dabei betonte er ausdrücklich, dass er grundsätzlich ein Befürworter dieser sauberen Energieform sei. Nur mit der Umsetzung in unserer Region könne er nicht konformgehen. "Woanders gibt es genügend Landschaften, wo Windräder nicht stören", gab er sich überzeugt.

Optische Zerstörungen in unseren "Seelenlandschaften" tun auch der Seele des Autors weh. "Unsere Landschaft ist eine der schönsten in Deutschland und sie ist sehr gefährdet", stellte der Sprecher fest. Als eine "verlogene Sache" bezeichnete er die Energiewende. Jetzt, wo es Geld dafür gebe, sprängen viele, die genug davon hätten auf diesen Zug auf - ohne Rücksicht auf Verluste.

Die Kappl bei Münchenreuth zeigte Arbter anfangs von allen Seiten, zu allen Jahreszeiten und aus vielen verschiedenen Perspektiven. Geheimnisvoll hatte er auch das Kappldorf selbst, im Winter bei Nebel, abgelichtet. Mit einer Weitwinkelaufnahme der Senke zwischen Motzersreuth und Neualbenreuth machte er einmal mehr deutlich, wie zerstörend hier senkrechte Gebilde dazwischen auf das Landschaftsbild wirkten.

Vierseithöfe nach dem Vorbild der Klösterhöfe des 17. Jahrhunderts haben es dem Fotografen besonders angetan. Auch die Zeichen tiefer Gläubigkeit, die zahlreichen kleinen Kapellen und Flurkreuze, sind für Klaus Arbter unabdingbare Accessoires für seine "Seelenlandschaften". Alles Dinge, die das Stiftland ausmachten. Als Beispiele zeigte er unter anderem Kapellen und Flurkreuze in Dippersreuth, Marchaney oder Bärnau. Auch die Gegend, die dem Areal den Beinamen "Das Land der 1000 Teiche, gegeben hat, sieht der Autor als eine einzige große "Seelenlandschaft". Kein Landschaftspark oder Garten könne schöner sein als die Waldnaabaue. Und mit der Blockhütte stehe einer der schönsten Biergärten Bayerns direkt im romantischen Waldnaabtal.

Die Länge seiner Vorträge ist nie vorhersehbar. Das weiß der Autor auch und sagte gleich im Vorfeld humorvoll: "Wenn es Ihnen zu lange erscheint, schlafen Sie einfach." Auch Bilder seines Bruders hatte Arbter mit eingebaut. Tolle Fotos von unter anderem Kohlberg, Manteler und Hessenreuther Wald, Pleystein oder Winklarn stammten von .Dr. Hans-Jürgen Arbter.

Bella Italia

Nach der Pause, in der heimische Fischspezialitäten und edle Weine auf die Gäste warteten, entführte Arbter in südlichere Gefilde. Genauer gesagt nach "Bella Italia", südlich von Rom bis Siena in der Toskana, einem der schönsten Flecke Italiens, wie er sagte. Die Italiener lobte er, dass sie längst nicht so leichtfertig mit ihrer Landschaft umgingen wie wir.

Im letzten Teil zeigte der Autor dann noch Bilder aus "Bella Deutschland". Für ihn sind das Teile von Franken mit unter anderem Taubertal und Fränkischer Schweiz.
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