Ein Förster mit Sprengkraft

Ewald Rumrich (Zweiter von links) verlässt zum 1. August "seinen" Stadtwald als Ruheständler. Zum Abschied bedankten sich von rechts, der Personalchef der Stadtverwaltung, Markus Bergauer, Stadtbaumeister Andreas Ockl, Stadtkämmerer August Trißl und Stadtgärtnerin Kreszentia Frank. Mit im Bild Bürgermeister Franz Stahl (links) und der neue Stadtförster, Michael Pröls (Dritter von links). Bild: tr
Lokales
Tirschenreuth
24.07.2015
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Welch ein Geburtstagsgeschenk. Am 1. August feiert Ewald Rumrich seinen 63. Geburtstag. Am selben Tag tritt er seinen Ruhestand an. 28 Jahre war er Stadtförster in Tirschenreuth.

"Von März bis Oktober bevorzugt Ewald Rumrich die kurze Lederhose", verriet Bürgermeister Franz Stahl das Markenzeichen des Stadtförsters. Dass der Stadtwald so gut dasteht sei weitestgehend dem engagierten Forstmann zu verdanken, stellte Stahl bei der kleinen Abschiedsfeier zu Ehren des künftigen Ruheständlers heraus. Aber Rumrich habe nicht nur für die städtische grüne Lunge verantwortlich gezeichnet.

Waldfest-Regisseur

Dass er auch organisieren kann, habe er jedes Jahr aufs Neue, als Regisseur bei der Vorbereitung des Waldfestes an der Forstdiensthütte, bewiesen. Auch die Ferienprogramme mit dem Förster würden den ehemaligen Teilnehmern stets in guter Erinnerung bleiben, denn was er dabei den jungen Leuten geboten habe, sei fast schon so etwas wie ein kleiner Abenteuerurlaub mit Basislager Forstdiensthütte gewesen.

Eingestellt wurde Ewald Rumrich am 19. Oktober 1987 als Nachfolger von Ludwig Postler. Geboren ist er im schwäbischen Möckmühl. Bevor er nach Tirschenreuth kam war er Revierleiter bei der Forstverwaltung Thurn und Taxis, wo er beruflich auch ab und an mit Fürstin Gloria zu tun hatte. 700 Hektar Waldfläche umfasst der Tirschenreuther Stadtwald. Eine Größenordnung wie sie bei einer Kommune im Freistaat kaum zu finden wäre, so Bürgermeister Franz Stahl, der Ewald Rumrich für seine Dienste dankte und mit einem großen Korb voller edler Weine überraschte. "Neben seiner beruflichen Kompetenz, habe ich vor allem die menschliche Seite des Försters geschätzt", so das Stadtoberhaupt.

Augenmaß bewiesen

Das habe die berufliche Beziehung, die sich stets auf der Basis von Freundschaft, Kollegialität und Harmonie abgespielt habe, sehr vereinfacht. Besonderes Augenmaß habe Rumrich bewiesen, wenn es darum ging zwischen dem Wald als Wirtschaftsfaktor und Domizil für Erholungsuchende abzuwägen. Dieses feine Gespür wünscht sich das Stadtoberhaupt auch vom neuen Mann im Revier, Michael Pröls, der sich schon hervorragend in die Materie eingearbeitet habe.

Auch was den Wegebau und deren Instandhaltung betreffe, habe es an Rumrichs Arbeit nie etwas auszusetzen gegeben. Tirschenreuth ist Biberland. Eine Tatsache, die oft auch Probleme generiert. Seit Jahren ist Rumrich der, der autorisiert ist Biberdämme dort zu sprengen, wo durch die Baumeistertätigkeiten des Nagers Schäden entstehen. Diese Tätigkeit will er auch im Ruhestand weiter ausüben. Auch werde er gerne weiterhin als Berater zur Verfügung stehen, sollte er gebraucht werden, versprach er. Lob zollte er seinem Nachfolger Michael Pröls, dem er eine äußerst sympathische Zusammenarbeit bescheinigte. Mit ihm sei die Zukunft des Tirschenreuther Stadtwaldes bestimmt auf eine gute Basis gestellt.

In Tirschenreuth gilt Ewald Rumrich auch als der "Vater" der Abteilung Karate im ATSV und ist Gründungsmitglied der Großkaliberschützen.

Kollegial in Erinnerung

Für den Personalrat bedankte sich Stadtgärtnerin Kreszentia Frank, die den ausscheidenden Förster als stets sehr kollegialen Menschen in Erinnerung behalten wird.
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