Ein rundum gelungener Markt

Rund 23.000 Besucher machten den Tirschenreuther kunsthandwerklichen Weihnachtsmarkt wieder zu einem der größten Ereignisse dieser Art in der Oberpfalz. Durch die einzigartige Illumination ist das Ereignis bis weit über die Stadt- und Landkreisgrenzen hinaus bekannt geworden. Bild: Grüner
Lokales
Tirschenreuth
09.12.2015
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Obwohl der Weihnachtsmarkt am ersten Adventssonntag buchstäblich ins Wasser fiel, waren es am Ende doch etwa 23 000 Besucher, die sich das Spektakel nicht entgehen ließen. Ein Ergebnis, mit dem die Lions-Freunde vollauf zufrieden sind.

Den Einbruch am ersten Wochenende machte der zweite Adventssonntag mit geschätzten 10 000 Besuchern wieder wett. Die Menschen-Schlange auf der Max-Gleißner-Brücke wollte den ganzen Tag über nicht abreißen und reichte zeitweise bis zum Hotel Seenario. Auffallend viele Amerikaner machte Lions-Präsident Franz Göhl unter den Besuchern aus. "Vielleicht ist das ja ein Erfolg unserer Werbung in der ,Bavarian Times', einem Magazin, das Der neue Tag herausgibt."

Der Tirschenreuther Weihnachtsmarkt ist nicht zuletzt wegen seiner grandiosen Beleuchtung schnell über die Stadt- und Landkreisgrenzen hinaus bekannt geworden. In seiner vierten Auflage tauchten 350 000 LED-Lampen das Gelände im und um den Fischhof in magisches Lila. Die vielen Snowflakes in den Bäumen schufen zusätzlich Atmosphäre. Doch nichts ist sicher vor Vandalismus. Und so erlebten die Verantwortlichen gleich am Vormittag des 1. Adventssamstags eine böse Überraschung. Die Beleuchtung auf beiden Brücken funktionierte nicht. Ein Unbekannter hatte sämtliche Lichterketten an etwa 40 Stellen durchtrennt und auch die am FC Stand zerstört.

Dank Karl und Tobias Schwägerl, den Tirschenreuther Spezialisten für Strom aller Art, konnten fast alle Ketten gerettet werden, so dass pünktlich zur Dämmerung die Lichter brannten und dem Areal die ganz besondere Atmosphäre verliehen. Spannend ist ein Weihnachtsmarkt natürlich für die Kinder. Die Lions hatten gleich mehrere Attraktionen für die kleinen Besucher vorbereitet. Weihnachtsgeschichten in den Zelten und ein Weihnachtskarussell ließen Kinderaugen leuchten.

Sprachtalent Ayja

Die eigentliche Attraktion aber war die Herde aus schwarzen, braunen und weißen Alpakas von Josef Lindner aus Matzersreuth. Sie sind jetzt Bestandteil zahlreicher Selfies, die die jungen Besucher mit ihren Smartphones geschossen haben. Als besonders bewegendes Ereignis wertet der Präsident die Weihnachtsfeier für Kindern von Asylbewerbern. 40 waren der Einladung mit ihren Eltern gefolgt. Die Geschichte vom Heiligen Nikolaus sollte ihnen auf Arabisch und Syrisch erklärt werden.. Der Dolmetscher der den syrischen Part übernehmen sollte, hatte kurzfristig abgesagt. Franz Göhl fragte in die Runde der rund 70 Asylbewerber, wer sich das zutraut. Es meldete sich die 13-jährige Ayja aus Aleppo.

Sie ist seit drei Monaten in Deutschland und geht hier seit zwei Monaten zur Schule. "Sie spricht deutsch als wäre sie schon immer hier gewesen", ist Göhl begeistert. 10 000 Lose verkauften die Lions. Zu gewinnen gab es 60 Weihnachtsgänse, 440 französische Enten und 1500 Packungen Lebkuchen. Die ersten 2000 Besucher bekamen wieder einen mit Gold verzierten Glühweinbecher mit Fischhofmotiv gratis. Jeweils nach den beiden ersten Stunden waren die limitierten Trinkgefäße verteilt. Mittlerweile gibt es bereits Sammler, die gezielt danach fragten.

Der Erlös des Weihnachtsmarktes kommt wieder mehreren Institutionen zugute. Auch das Kinderheim, das die Tirschenreuther Lions in Indien gebaut haben und unterhalten, bekommt etwas vom Kuchen ab. Die Lions-Freunde fungieren als Paten für die Waisen und sorgen nicht nur für Logis und Ernährung. Für die Kinder wird auch Schulgeld und die Ausbildung bezahlt. Einige haben es bis zum erfolgreichen Studium gebracht, andere sind zum Beispiel Krankenschwester geworden. Diese Woche sind 12 Mann damit beschäftigt, den Markt abzubauen.
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