Ein Weg zur glücklichen Familie

Elisabeth Schieder, Inge Pannrucker und Theresia Kunz (von links) stellten im Landratsamt den neuen Kurs "Starke Eltern - starke Kinder" vor. Der erste Kursabend findet am 28. September statt. Bilder: Grüner
Lokales
Tirschenreuth
16.07.2015
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Eltern sind heute in der Regel berufstätig. Kindererziehung gestaltet sich da oft schwierig. Rezepte, wie das richtig geht, haben Andrea Gebhard und Elisabeth Schieder nicht dabei. Aber in ihren Elternkursen führen sie Erziehende auf die richtige Spur.

In früheren Zeiten waren die Familienstrukturen ganz anders. In größeren Familienverbänden waren immer Leute da, die bei der Kindererziehung jederzeit in die Bresche springen konnten. Heute leben Familien weitestgehend autark und müssen neben den beruflichen Verpflichtungen die Kindererziehung alleine stemmen. Viele Eltern sind dabei oft überfordert. Wie es besser gelingen könnte, will der Kurs des Deutschen Kinderschutzbundes "Starke Eltern - starke Kinder" vermitteln.

Seit zehn Jahren

Seit etwa zehn Jahren läuft die Aktion in Kooperation mit dem Jugendamt auch im Landkreis. Elisabeth Schieder und Andrea Gebhard haben sich dafür speziell ausbilden lassen und leiten die Kurse mit großem Erfolg. Elternbildung sei für das Jugendamt ein wichtiger Pfeiler, erklärte Theresia Kunz von der Kommunalen Jugendarbeit bei der Vorstellung des neuen Kurses.

Kreisvorsitzende Inge Pannrucker lobte die Elternkurse aus Sicht des Kinderschutzbundes. Sie zeigte sich sehr erfreut, dass mit Elisabeth Schieder und Andrea Gebhard zwei ausgebildete Referentinnen zur Verfügung stehen.

Solide Basis

Wie sie erklärte, liefen die Kurse gerade im östlichen Landkreis sehr gut. "Jedes Kind hat ein Anrecht auf gute Eltern", ist Pannrucker überzeugt. Und Eltern zu sein, sei heutzutage schwerer als jemals zuvor. Der Kurs biete Eltern eine gute Möglichkeit, sich in ihrer Rolle besser zurecht zu finden.

Im Kreis Gleichbelasteter könnten sie sich eine solidere Basis für die Erziehungsarbeit schaffen. Der Austausch mit "Leidensgenossen" bringe oft schnell eine ganz andere Sicht auf die Dinge. "Als einfache Eltern gehen sie zum ersten Kursabend, als nachdenkliche Eltern gehen sie nach Hause", wusste die Sprecherin.

Elisabeth Schieder erklärte, dass das Projekt ursprünglich aus Finnland kommt. Dahinter stehe die Idee gewaltfreier Erziehung, wie sie auch der Kinderschutzbund favorisiere. Der Kurs wolle Alternativen aufzeigen und den Teilnehmern Unterstützung anbieten, um deren Kompetenzen zu stärken. Der Grundgedanke dabei wäre, dass sich Eltern wie Kinder gegenseitig respektieren. Es gehe dabei nicht um antiautoritäre Erziehung. Längst sei bewiesen, dass Kinder Strukturen und Halt brauchten und ihnen, egal ob klein oder groß, die jeweilige Richtung vorgegeben werden müsse, damit sie lernen, wo es lang geht, dass es Grenzen gibt und wie das Leben letztendlich geht. "Achte auf die positiven Seiten deines Kindes", legt sie den Eltern als Motto ans Herz.

Väter und Mütter müssten sich bewusstwerden "was ist schön an unserem Kind". Es sei enorm wichtig, dass sich Eltern intensiv austauschen. In den Kursen werde schnell deutlich, dass viele die gleichen Fragen und Probleme im Gepäck haben. Das mache es dann einfach, darüber zu sprechen. Außerdem brächten alle Eltern wertvolle Erfahrungen mit. Eine äußerst wichtige Ressource, wie Schieder weiß.

Bei den Kursabenden werden aktuelle Fragenstellungen in Theorie und Praxis abgearbeitet. Da gehe es dann zum Beispiel um Fragen wie "Wieso erziehe ich so, wie ich erziehe?". Ich-Botschaften werden erarbeitet und in Rollenspielen transparent gemacht. Die Eltern bekommen auch Hausaufgaben, die sie bis zum nächsten Treffen abarbeiten müssen.

500 Flyer

Elisabeth Schieder hat selbst drei Kinder großgezogen, Andrea Gebhard vier. Die beiden Expertinnen sind also nicht nur in der Theorie stark, sondern wissen auch praktisch, wovon sie reden. Jede Menge positiver Rückmeldungen bestätigten, dass die Elternkurse Früchte trügen, erklärte sie.

500 Flyer hat Theresia Kunz anfertigen lassen. Die werden in Kindergärten, Arztpraxen und beim Kinderschutzbund ausgelegt.
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