Eingeschränkte Erreichbarkeit der Bauabteilung im Landratsamt sorgt für Diskussion im ...
Mittwochs stört kein Anrufer mehr

Lokales
Tirschenreuth
22.01.2015
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Seit Anfang Januar steht die Bauabteilung am Landratsamt mittwochs für den Publikumsverkehr nicht mehr zur Verfügung. Wer telefonisch zu den Mitarbeitern durchdringen will, erreicht nur den Anrufbeantworter.

Schlechter Bürgerservice, sagen die einen. Dringend notwendig, damit das Personal einmal in Ruhe bei der Arbeit bleiben kann, ohne ständig gestört zu werden, sagen die anderen. In der Sitzung des Kreisausschusses wurde die Öffnungszeit diskutiert.

"Mittwoch überhaupt keine Sprechzeit mehr anzubieten, halte ich für sehr strikt", brachte Werner Nickl (CSU) das Thema zur Sprache. "Da wird der Service für die Bürger doch deutlich zurückgefahren." Abgesehen davon schränke die Regelung auch die Mitarbeiter in den Rathäusern ein, wenn sie in Baufragen niemanden erreichten, gab der Kemnather Bürgermeister zu bedenken.

Landrat Wolfgang Lippert bezeichnete die neue Lösung als Versuch, den Mitarbeitern mehr Zeit für konzentriertes Arbeiten zu verschaffen. "Die Leute wissen nicht mehr, wie sie ihre Aufgaben bewältigen sollen." Zwar habe der Bayerische Kommunale Prüfungsverband zu viel Personal in der Bauabteilung moniert, doch intern sei man am Landratsamt genau gegenteiliger Ansicht.

Regierungsdirektor Alfred Meyer verwies auf die großzügigen Sprechzeiten an anderen Tagen. Die Mitarbeiter seien ja weiterhin Montag, Dienstag und Donnerstag von 8 bis 12 sowie 14 bis 16 Uhr zu erreichen, freitags von 8 bis 12 Uhr. "Sie werden kein zweites Landratsamt finden mit so großzügigem Service. Den wollen wir auch beibehalten", verteidigte er die Neuerung. Für die Mitarbeiter der Bauabteilung seien die Telefonate der größte Störfaktor, warb Meyer um Verständnis für den Anrufbeantworter am Mittwoch. Die Rede sei von durchschnittlich 35 Gesprächen täglich.

Eine kritische Anmerkung kam von Bernd Sommer (CSU). Der Waldsassener Rathauschef wusste von einem Passus im Prüfungsbericht, wonach es auch unnötige Doppelbearbeitungen in der Bauabteilung gebe. Der Ansatz, Arbeitsabläufe zu optimieren, dürfe nicht verschwiegen werden. Das wies der Regierungsdirektor scharf zurück: "Doppelte Arbeit vermeiden wir schon bisher. Wir haben die meisten Punkte des Prüfungsverbandes eindeutig widerlegt." Die Bauverwaltung sei nur im Schnelldurchlauf geprüft worden, sagte Meyer.

Nicht glücklich mit der Nichterreichbarkeit der Baufachleute am Mittwoch war CSU-Fraktionssprecher Toni Dutz. "Das ist ein fatales Signal an den Kunden, der doch König sein sollte." Die Strategie, nicht ans Telefon zu gehen, sei beispielsweise auch bei hohem Arbeitsaufkommen in den Rathäusern nicht durchzuhalten. Dutz bat darum, das Thema noch nicht abzuhaken. Dieser Bitte will der Landrat auch nachkommen. "Aber lassen Sie uns den Versuch mit Mittwoch wenigstens wagen."
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