Engagement ist ungebrochen

Mit Obst, Gemüse, Getränken und kleinen Knabbereien begrüßen die BRK-Frauen die ankommenden Flüchtlinge. Seit 24. Juli sind die ehrenamtlichen Helfer nun schon im Einsatz, zuerst in Tirschenreuth, jetzt in Wiesau. Bild: bz
Lokales
Tirschenreuth
17.09.2015
18
0

Die Flüchtlingsarbeit wird für das Rote Kreuz zum Dauereinsatz. Seit Ende Juli kümmern sich die BRK-Helfer um die Neuankömmlinge. Und da geht es nicht nur um die alltäglichen Wehwehchen.

Seit nunmehr acht Wochen sind jeden Tag mindestens sechs Ehrenamtliche im Einsatz. Und längst nicht mehr nebenbei werden die Rotkreuzler und zunehmend freien Helfer in der BRK-Kreisgeschäftsstelle koordiniert. Allein in der Nacht auf Dienstag wurden in der neuen Unterkunft in Wiesau rund 60 Helfer für die Aufnahme und Erstuntersuchung von 127 Flüchtlingen gebraucht. "Wir sind beeindruckt von dem herausragenden Engagement", berichtet Kreisgeschäftsführer Holger Schedl.

Seit am 24. Juli die ersten Flüchtlinge in die Notfall-Einrichtung am Stiftland-Gymnasium in Tirschenreuth eingezogen sind, ist das Rote Kreuz täglich im Einsatz. Morgens und abends werden in einem zweistündigen Betreuungsdienst Kaffee und Tee gekocht und Klarschiff an der Selbstbedienungstheke gemacht. Oft bleiben die Helfer länger, weil sie mit den Flüchtlingen ins Gespräch kommen und mit den Kindern spielen oder einfach nur etwas albern. Trotzdem: Der online geführte Schichtplan ist stets gefüllt. Hinzu kommt die notwendige Logistik, die der zuständige BRK-Fachdienst unter Leitung von Ralf Arnold bewältigt.

Um die alltäglichen "Wehwehchen", aber auch akuten Erkrankungen kümmert sich der Sanitätsdienst, der täglich ab 18 Uhr ehrenamtlich besetzt ist. Hierzu gehört die Terminkoordination bei Ärzten oder im Krankenhaus samt Transport ebenso, wie die Abklärung vor Ort, ob der Rettungsdienst und Notarzt, der kassenärztliche Bereitschaftsdienst oder nur ein Besuch der Sprechstunde notwendig ist.

Während des Tages ist seit Anfang September auf Wunsch des Landratsamtes zusätzlich Rettungsassistent Wolfgang Rosner als hauptamtliche Kraft in der Einrichtung, der in seiner Funktion als ehrenamtlicher Fachdienstleiter auch den ehrenamtlichen Sanitätsdienst koordiniert.

Beim nunmehr fünften Einsatz in der Nacht auf Dienstag wurden die Flüchtlinge aus zwei Bussen zunächst wieder registriert, anschließend durch den Sanitätsdienst samt drei Rotkreuz-Ärzten untersucht und nach der Registrierung durch das Landratsamt zu ihrem Bett in der Turnhalle gebracht. Dort im Aufenthaltsabteil gab außerdem der Betreuungsdienst Suppe, Obst und Getränke aus. Menschlich geht es zu. "Da bekommt beispielsweise das vor Übermüdung weinende Kind ein gespendetes Stofftier inmitten des gut strukturierten Screenings und der Familie mit wundgelaufenen Füßen werden Kinder und Gepäck zum Schlafplatz getragen", berichtet Holger Schedl.

Insgesamt durchliefen bislang rund 500 Flüchtlinge in Tirschenreuth und Wiesau diese Strecke. In der BRK-Kreisgeschäftsstelle wird die Schicht- und Aufgabeneinteilung der freien Helfer samt deren Registrierung abgewickelt. Ebenso wird die Annahme von Sachspenden koordiniert, damit das Nötige zur richtigen Zeit am richtigen Ort ist - vom Plüschtier bis zum Babybett. Wer noch helfen möchte, kann sich gerne per E-Mail an helfen@brk-tirschenreuth.de beim BRK Kreisverband Tirschenreuth melden.

"Die hier mit viel persönlichen Engagement geleistete Rotkreuzarbeit gehört zu unseren originären Aufgaben." betont Schedl und verweist zugleich darauf, dass das benötigte Equipment und vieles mehr mitunter nur durch Spenden und die Fördermitglieder im Landkreis finanziert werden können. Spenden sind demnach auf dem Konto mit der IBAN DE95 7535 0000 0008 8009 06 bei der Sparkasse Oberpfalz Nord willkommen.

Auch wenn für die Helfer die strahlenden Augen beispielsweise jener Flüchtlinge, die frisch angekommen in Sicherheit ihren ersten Teller Suppe essen, mehr als jedes Danke bedeuten, wie Schedl vorausschickt: "Vergelt's Gott für dieses beeindruckendes Engagement." Danke sagt er auch allen Beteiligten für die sehr gute Zusammenarbeit, ob kürzlich beim Umzug von Tirschenreuth nach Wiesau, im laufenden Betrieb oder bei den meist nächtlichen Neuzugängen.

Nachdem die auf 200 Personen ausgelegte Notfall-Einrichtung in Wiesau fast voll ist, läuft bis zum nächsten Anruf, wenn wieder ein Bus Platz findet, nunmehr der tägliche Betreuungsdienst- und Sanitätseinsatz weiter. Ein Ende ist derzeit noch nicht in Sicht.
Weitere Beiträge zu den Themen: Sparkasse (9730)September 2015 (7742)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.