Entlang der Geisterkante

Uneingeschränkten Kletterspaß erlaubt der neue Boulder-Raum, den die DAV-Sektion Karlsbad im Tirschenreuther Stiftland-Gymnasium eingerichtet hat. Ausbildungsleiter Michael Schornbaum beobachtet eine Turnerin, die die vielfältigen Möglichkeiten gleich einmal getestet und für gut befunden hat. Bild: axs
Lokales
Tirschenreuth
10.03.2015
36
0

Insgesamt 72 Quadratmeter Kletterfläche, mehr als 1000 neu gebohrte Löcher, rund 350 unterschiedliche Griffe: Die Daten rund um den neuen Boulder-Raum in der Dreifachturnhalle des Stiftland-Gymnasiums sind beeindruckend.

Das Projekt der DAV-Sektion Karlsbad ermöglicht in Zukunft uneingeschränkten Kletterspaß. Für Anfänger genauso wie für erfahrene Sportler. Bereits Ende März soll die Eröffnung stattfinden. Im Schatten der Dreifachturnhalle fristete unbemerkt ein veralteter Konditions- und Kraftraum sein Dasein. Dieser wurde nur mehr sporadisch genutzt. Der Alpenverein allerdings erkannte eine große Möglichkeit. In Absprache wurde deshalb eine neue Nutzungsmöglichkeit erschlossen. An die Stelle von alten Sportgeräten treten jetzt bunte Klettergriffe und verschiedene Routen entlang der Wände und über die gesamte Decke.

Anfänger und Spezialisten

"Den Entschluss zum Umbau haben wir im letzten Sommer getroffen", erklärt der Jugend- und Ausbildungsreferent des Vereins, Michael Schornbaum. An drei langen Wochenenden zimmerten dann mehrere Vereinsmitglieder unter professioneller Anleitung die hölzerne Wandkonstruktion mit einer aufwendig gestalteten, rauen Oberfläche in den entkernten Raum. Es folgte die Anbringung der Klettergriffe.

Diese können variabel verschraubt werden, um immer wieder neue, anspruchsvolle Routen entstehen zu lassen. Jeder Kletterweg ist farblich gekennzeichnet und in verschiedene Schwierigkeitsgrade eingeteilt. "Anfänger und Spezialisten können sich hier austoben", sagt Schornbaum. Außerdem sind die Sektionen nach echten Touren im Steinwald benannt. So kann man bald die "Geisterkante" oder den "Holzkeilriss" in der Kreisstadt erklettern. Zur Fertigstellung fehlen noch einige Details. Und die 30 Zentimeter dicke Bodenmatte, die die gesamte Grundfläche ausfüllen wird. Diese wird außerdem mit einem Trittverteiler ausgestattet, um das Verletzungsrisiko zu minimieren.

Ideal für Jugendliche

Hier liegt auch eine Besonderheit des Boulder-Raums. Aufgrund des bodennahen Kletterns bis in eine Höhe von 3,50 Metern ist keine Sicherung mit einem Seil oder spezielle Ausrüstung von Nöten. "Kletterschuhe wären von Vorteil, ansonsten braucht man nur seine Finger", so Schornbaum. Somit wird der Boulder-Raum, der mit 72 Quadratmetern sogar mehr Kletterfläche bietet als die Wand in der Turnhalle (64 Quadratmeter), zu einem zusätzlichen Sportangebot. Genutzt wird er natürlich in erster Linie von Vereinsmitgliedern, aber zum Testen sind auch Gäste gerne gesehen, die sich risikofrei an den Klettersport heranwagen möchten. "Und das Gymnasium kann den Raum auch zum Sportunterricht verwenden", bemerkt Michael Schornbaum. Denn gerade für Jugendliche sei das kleine Kletter-Paradies ideal.

Durch den aktiven Einsatz der Sektions-Mitglieder und der Unterstützung der Stadt konnten zudem Kosten eingespart werden. Aktuell hat der Verein etwa 740 Mitglieder, denen in Zukunft neben der Kletterwand auch der Boulder-Raum zur Verfügung steht. Zugang zur neuen Klettermöglichkeit soll es zukünftig immer dann geben, wenn auch die Dreifachturnhalle geöffnet ist.
Weitere Beiträge zu den Themen: März 2015 (9461)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.