Erbendorfs Integrationshelfer

Lokales
Tirschenreuth
11.10.2014
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Bis 1972 gehörte Erbendorf zum Landkreis Neustadt/WN. Mit der Gebietsreform und der Umsiedlung nach Tirschenreuth waren nicht alle Bürger einverstanden. Johann Schäffler fungierte hierbei als Mittler und erleichterte die Integration. Nur einer seiner selbstlosen Verdienste.

"Ich verleihe ihnen im Auftrag des Herrn Bundespräsidenten die Bundesverdienstmedaille", sagte Landrat Wolfgang Lippert, als er Johann Schäffler diese hohe Ehrung überreichte. Seit mehr als vier Jahrzehnten bringt sich Schäffler im kommunalpolitischen, gewerkschaftlichen und sozialen Bereich ein. Zudem gehörte Johann Schäffler 35 Jahre lang, von 1966 bis 2002, mit einjähriger Unterbrechung, dem Erbendorfer Stadtrat an. Seine Arbeit war immer vom Nutzen der Allgemeinheit geprägt.

In seiner Laudatio erinnerte Landrat Wolfgang Lippert an den Werdegang des Erbendorfers. Sein Amtsantritt im Stadtrat fiel in die Zeit, in der die Gebietsreform diskutiert und 1972 vollzogen wurde. Die Umgliederung von Erbendorf aus dem Landkreis Neustadt/WN nach Tirschenreuth fand in der Bevölkerung nicht nur Zustimmung. Sachliche Aspekte und die Vorteile der neuen Verwaltungsstrukturen führten durch die Argumente der kommunalen Mandatsträger zur heutigen Lösung. Schäffler bemühte sich damals enorm um die Integration der Stadt im neuen Landkreis. Der Landrat lobte, "Johann Schäffler stellte durch sein Engagement im Stadtrat die Weichen für eine positive Zukunft Erbendorfs". Weiterhin waren ihm die beruflichen Belange und die seiner Arbeitskollegen stets ein Anliegen. Seit 1954 ist er Mitglied der IG BCE und langjähriger Vorsitzender des DGB-Ortskartells Erbendorf. Von 1961 bis 1996 gehörte er dem Betriebsrat der Porzellanfabrik Seltmann in Erbendorf an und war davon 28 Jahre sein Vorsitzender. Darüber hinaus gehörte er dem Gesamtpersonalrat an und war Vorsitzender. Weiter war er Mitglied der Betriebskrankenkasse und wechselweise ihr Vorsitzender. Auch im sozialen Bereich erwarb sich Schäffler viele Verdienste.

Seit 1966 ist der Mitglied bei der Arbeiterwohlfahrt. Von 1970 bis 1994 war er stellvertretender AWO-Ortsvorsitzender in Erbendorf, seit 1999 ist er stellvertretender AWO-Kreisvorsitzender. 1973 gründete er in Erbendorf den AWO-Seniorenclub und übernahm dessen Leitung. Er ist verantwortlich für die Lebensmittelausgabe der "Mitterteicher Tafel" in Erbendorf und verteilt dort seit 2011 jeden Freitag Lebensmittel an bedürftige Menschen. Seit 54 Jahren gehört Johann Schäffler der SPD an. Von 1984 bis 1994 war er deren Ortsvorsitzender. Es sei nicht mehr die Regel, sich in solchem Ausmaß für die Gemeinschaft einzusetzen und dabei stets das Wohl anderer Menschen im Auge zu haben. "Respekt für diese Leistung. Die Bundesverdienstmedaille ist eine verdiente Würdigung ihres herausragenden Engagements".
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