Es gibt viele Möglichkeiten, Bodenerosion vorzubeugen, völlig vermeiden lässt sie sich nicht
Regenwürmer und moderne Technik

Lokales
Tirschenreuth
27.11.2014
0
0
"Was kann der Landwirt tun, um Bodenerosion zu verhindern?" So lautete das Thema einer Informationsversammlung des Verbandes für landwirtschaftliche Fachbildung (vlf) Tirschenreuth. Geschäftsführer Wolfgang Wenisch konnte dazu mit Robert Brandhuber von der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft einen kompetenten Referenten vorstellen.

Starker Verlust

Vor allem die Landwirte werden durch zunehmende Starkregenereignisse geschädigt, weil durch Erosion gerade die wertvollsten feinen Bodenbestandteile abgeschwemmt werden, was bei den kargen Böden im Landkreis Tirschenreuth ein besonders starker Verlust ist. Deutliche Ertragsminderung über viele Jahre hinweg sind die Folgen für den Bewirtschafter der Flächen. Da der Mais- und Kartoffelanteil - dies sind die mit am erosionsanfälligsten Feldfrüchte - noch relativ gering ist, zählt der Landkreis zunächst zu den weniger gefährdeten Gebieten.

Allerdings zeigte der Referent anhand von Kartenmaterial auch die Problemgebiete aufgrund der Hangneigung auf: Diese liegen hauptsächlich im Raum Leonberg, Neualbenreuth und rund um den Steinwald. Hier treten bei Starkregenereignissen wie 2011 und 2013 mit bis über 70 Liter Regen pro Stunde und Quadratmeter kaum völlig vermeidbare Erosionen auf.

Auch wenn kein völliges Verhindern von Bodenabschwemmungen möglich sein wird, wurde den Landwirten doch ein ganzes Bündel an Möglichkeiten zur Verringerung des Risikos aufgezeigt. Die reichen von Verzicht des Anbaus erosionsanfälligen Früchten auf besonders gefährdeten Flächen, über Fruchtwechsel in Hanglagen, Mulchsaatverfahren, Optimierung der Kalkversorgung und Vermeiden von Bodenverdichtungen bis hin zur Saat quer zum Hang, Zwischenfruchtanbau, Förderung der Regenwürmer, ständige Bodenbedeckung und den Einsatz moderner Bearbeitungs- und Sähtechnik. "Auch eine weniger feine Bodenbearbeitung kann hilfreich sein und durch Einsparung eines Arbeitsganges sogar Kosten senken."

Johann Schmidkonz, Fachberater am Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten stellte dann Erfahrungen mit neuen Anbautechniken vor. Auf dem Betrieb von Johannes Wild wurden verschiedene Versuche angelegt. Mulchmaterial aus dem Zwischenfruchtanbau und in ausreichender Menge zeigte sich dabei als besonders praxisgeeignet. Aber auch satellitengestützte Bearbeitungstechniken wurden eingesetzt. Dabei wird ein GPS-gesteuerter Arbeitsgang durchgeführt, bei dem nur ein schmaler Streifen des Bodens bearbeitet wird. In einem späteren Arbeitsgang fährt der Schlepper dann mit der Sähmaschine zentimetergenau auf diese bearbeiteten Streifen zur Düngung und Saat.

Förderprogramme

In der anschließenden regen Diskussion mit den Praktikern wurde auch auf verschiedene Förderprogramme eingegangen, die der Erosionsvorbeugung dienen können. Vlf-Vorsitzender Helmut Grillmeier bedankte sich bei den Referenten mit einem Landkreiskorb und einem Bildband mit Luftbildern aus der Oberpfalz.
Weitere Beiträge zu den Themen: November 2014 (8193)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.