EX-Bundesligaspieler Jimmy Hartwig bei Commerzbank-Cup in Tirschenreuth: Amateursport das ...
Lob vom Profi für Jugendarbeit in der Region

Die Autogramme von Jimmy Hartwich sind immer noch extrem begehrt. Bild: axs
Lokales
Tirschenreuth
08.07.2015
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Bei seinem Besuch in der Kreisstadt Tirschenreuth nahm sich Ex-Bundesligaspieler Jimmy Hartwig auch Zeit, um einige Fragen zu beantworten. Er spricht über den Eindruck, den er beim FC Tirschenreuth gewonnen hat, die Zukunft des deutschen Fußballs, die EM 2016 und über Ratschläge, die er seinem alten Mannschaftskollegen Hort Hrubesch gegeben hat. Außerdem sieht er in der kommenden Bundesliga-Saison ein Überraschungsteam vorne mitspielen.

Herr Hartwig, welchen Eindruck haben sie von der Kreisstadt und dem Modell der Tirschenreuther Vereine in der Jugendarbeit?

Jimmy Hartwig: Also was hier gemacht wird ist wirklich sehr gut. Ich habe jetzt beim Commerzbank-Pott bisher bestimmt 60 Vereine gesehen, und die ganze Organisation hier gefällt mir wirklich gut. Es ärgert mich immer, wenn ich zum Beispiel in München unterwegs bin und sehe, dass die Clubs dort den Hintern nicht hochbekommen. In den ländlicheren Regionen, wie hier in der Oberpfalz, ist der Zusammenhalt oft viel besser.

Ist für Sie die Jugendarbeit und die Unterstützung der kleinen Vereine eine Motivation dem Commerzbank-Pott als Pate zur Seite zu stehen?

Jimmy Hartwig: Diese Veranstaltung war ja meine Idee. Anfangs sagte man mir noch, das Konzept wäre zu teuer. Aber für Jugendliche und ehrenamtliche Arbeit darf uns nichts zu teuer sein. Jetzt gehen wir ins fünfte Jahr mit dem Projekt und die Idee hat sich durchgesetzt.

Welchen Stellenwert hat für Sie der Amateursport?

Jimmy Hartwig: Das ist das Wichtigste was es gibt! Ohne unsere Amateure gäbe es keinen einzigen Profi. Hier werden die Grundlagen geschaffen. Wenn das nicht so hervorragend gemacht würde, könnten wir den ganzen Laden schließen. Das bemerken die Italiener gerade ganz enorm und auch der spanische Fußball hat einen Knick bekommen, weil sie ein wenig arrogant geworden sind.

Wie sehen Sie die Zukunft des deutschen Fußballs, auch nach dem Aus der U21 bei der EM vor einigen Tagen?

Jimmy Hartwig: Wir sind in Europa nach wie vor ganz weit vorne, sogar weltweit würde ich sagen. Die Stützpunkte machen einen tollen Job und auch bei der U21-EM hatten wir eigentlich die beste Mannschaft des Turniers. Ich habe aber zum Horst (Hrubesch, Trainer der U 21) gesagt, dass er zu sehr Papa war. Das sind alles hochbezahlte Profis, schon in jungen Jahren und da musst du eine andere Art von Respekt verlangen.

Und wie schätzen Sie die Chancen der Nationalmannschaft im kommenden Jahr bei der EM in Frankreich ein?

Jimmy Hartwig: Es wird verdammt schwer. Zunächst mal die Quali, aber wenn wir gegen Polen gewinnen, dann sind wir durch. Sie müssen aber Gas geben. Eine EM ohne Deutschland kann sich denke ich niemand vorstellen. Und dann will ich auch den Titel, der Weltmeister muss doch auch den Anspruch haben in Europa zu siegen. Die Spanier haben es vorgemacht. Ich hab jedenfalls mein Zimmer schon gebucht und freue mich auf das Turnier.

Bald startet ja auch die neue Bundesliga-Saison, was dürfen die Fans ihrer Meinung nach erwarten?

Jimmy Hartwig: Ich denke es wird sehr spannend. Hinter den Bayern sind viele Vereine stark aufgestellt. Gladbach, Leverkusen, Dortmund, Augsburg und pass auf: Der 1. FC Ingolstadt! Die haben mit Ralph Hasenhüttl einen super Trainer und werden gut mitspielen. Die werden nicht zum nächsten Fürth oder Paderborn.
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