Fahrlehrer weist Bürgermeister auf irreführende Schilder hin
Aufregung größer als der Fall

Die kontroverse Verbotssituation auf vielen Radwegen im Landkreis könnte durch die Anbringung des Zeichens 260, wie es im Hintergrund zu sehen ist, geklärt werden. Klaus Kastl vom Landratsamt und Polizeihauptkommissar Bernhard Schraml (von links) klärten darüber bei der Bürgermeisterdienstversammlung auf. Bild: axs
Lokales
Tirschenreuth
25.09.2014
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Die Flut irreführender Schilder an vielen Radwegen im Landkreis hatte kürzlich ein Fahrlehrer beklagt. Der Pechbrunner Bürgermeister Ernst Neumann bekannte sich jetzt als "Mehrfachtäter" und fragte in der Dienstversammlung die Polizei um Rat.

Ernst Neumann ist aber nicht nur Chef im Rathaus, sondern auch ein begeisterter Radfahrer. Und als solcher auch gerne und oft in der Region unterwegs. Und da hatte ihn der Fahrlehrer gefragt, wo er denn unterwegs sei, dass ihm die falsche Beschilderung in seiner Gemeinde nicht auffalle.

Denn da stehen viele sogenannte Zeichen 250. Diese verbieten das Befahren mit Fahrzeugen aller Art, also auch mit dem Fahrrad. Dass allerdings auch an extra ausgewiesenen Radwegen diese kreisrunden Warntafeln angebracht sind, macht die Sache kompliziert. "Ich bin dort öfter gefahren", gab Neumann in der Sitzung zu. Anders ginge es ja gar nicht.

Welche Wege aber dürfe man offiziell benutzen? Und warum stehen die unsinnigen Verkehrszeichen an Radwegen? Diese Fragen gab der Politiker an Polizeihauptkommissar Bernhard Schraml von der Inspektion Tirschenreuth weiter.

"Hier ist, denke ich, die Aufregung größer als der Fall", sagte der Verkehrssachbearbeiter. Seiner Meinung nach sind die 250er Schilder einfach veraltet und müssten durch andere ersetzt werden. "Richtig wäre das Zeichen 260", klärte Schraml auf. Dann dürften keine Krafträder mehr auf den Wegen verkehren, wohl aber Fahrräder und Pedelecs. Alternativ gäbe es noch die Möglichkeit einer "blauen Beschilderung", die einen gemeinsamen Fuß- und Radweg ausweist.

Wie viele solcher Verbotsschilder an unpassenden Orten im Landkreis stehen, wussten die Gemeindeoberhäupter nicht. Klaus Kastl vom Landratsamt riet ihnen deshalb, alle bekannten Fälle zu sammeln, um einen Überblick über die Schilderlage zu erhalten.

Jugendarbeit

Anschließend stellte Jugendpflegerin Theresia Kunz die kommunale Jugendarbeit im Landkreis vor. Einige neu gewählte Bürgermeister wüssten oft gar nicht, wo sie überall helfen könnten. Ihre Aufgabe und die ihrer Kollegen bestehe darin, die Angebote zu koordinieren und abzustimmen. Auch gebe man von der Jugendarbeit ein Übersichtsheft heraus und berate in Sachen Ferienprogramm.
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