Flüchtlingsproblematik auch Thema im Kreistag
Respekt vor Wiesau

Lokales
Tirschenreuth
26.11.2015
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Eigentlich war die Schließung der Notunterkunft in Wiesau zum 1. Dezember bereits beschlossene Sache. Dann aber erreichte Landrat Wolfgang Lippert der Anruf des Regierungspräsidenten. Der konnte, wie bereits berichtet, sein zuvor gegebenes Versprechen nicht mehr halten, nannte es moralisch nicht zu verantworten, im Landkreis Tirschenreuth eine Notunterkunft zu schließen, während Passau aus allen Nähten platzt.

In der Kreistagssitzung am Mittwoch schilderte Lippert mit drastischen Worten die aktuelle Situation. Dabei dankte er vor allem all den ehrenamtlichen Helfern. "Sie haben der Notunterkunft ein menschliches Gesicht gegeben." Dennoch dürfe die Einrichtung dort kein Dauerzustand bleiben. Allerdings: "Wir haben derzeit keine Alternative."

Der Landrat erinnerte an die erfolglosen Bemühungen, geeignete Hallen zu finden. Und mit einem Bau auf einer kreiseigenen Immobilie stoße man selbst bei einer einfachen Holzausführung für 200 Menschen schnell an die Millionen-Grenze. "Das lässt sich über die Miete in drei Jahren kaum reinbringen", verwies er auf eine fehlende Nachnutzung.

Dass auf die Schnelle nichts zu machen ist, wusste auch Toni Dutz. Der CSU-Sprecher erteilte aber auch all denen eine klare Absage, "die mit einer menschenunwürdigen Unterbringung von Asylbewerbern Geld machen wollen". Dass der Landkreis wohl oder übel Geld in die Hand nehmen müsse, war auch Hans Klupp klar. "Wir müssen was machen", betonte Reiner Fischer. "Respekt vor Wiesau und dem Bürgermeister für das bisher Geleistete", nahm der SPD-Sprecher Schüler, Eltern und Vereine mit ins Lob ein. "Wenn das kippt, dann kippt auch die Stimmung in der Bevölkerung." Den immer wieder im Internet und an Stammtischen kursierenden Falschaussagen sagte Brigitte Scharf den Kampf an. "Das ist zum Kotzen."
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