"Forster-Krippe" wird bei der Museumsnacht gezeigt und erläutert - Rund 100 Figuren
Rabbi und zwei katholische Ministranten

Die Forster-Krippe enthält etwa 100 Figuren der Tirschenreuther Schnitzer Ferdinand Beer und Karl Ziegler. Erstmals gezeigt wird die Krippe bei der Museumsnacht am Freitag. Bild: fiw
Lokales
Tirschenreuth
20.10.2015
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Getreu der Satzung der Krippenfreunde "die Förderung und Pflege des Krippenbrauchtums", stellt der Verein wieder eine Krippe aus dem vorigen Jahrhundert der Öffentlichkeit vor. Es ist diesmal die Forster-Krippe. Sie ist eine Schenkung von Agnes König, geb. Forster, aus der Ringstraße. Gezeigt wir die Krippe erstmals bei der Museumsnacht am Freitag.

Die Krippe besteht aus etwa 100 Figuren. Diese dürften zum größten Teil von den beiden Schnitzern Ferdinand Beer alias Sammet-Ferdl (1865-1946) und Karl Ziegler (1878-1942) stammen. Vergleicht man die Schnitzart der beiden Künstler, so fällt auf, dass die Figuren von Ziegler etwas filigraner, mehr dem Nazarener Stil ähnlich sind. Anders die Darstellungen vom Sammet Ferdl, sie sind etwas rustikaler. Die Hirten und ein Teil der Schafherde, die einen größeren Teil der Landschaft beansprucht, dürften aus seiner Hand sein. Auch die beiden Schaf-Stückla sollten von ihm sein. Die Geburt, die Anbetung und die Jagdszenen, die teilweise sehr gut ausgearbeitet sind, können jedoch Karl Ziegler zugeordnet werden. Typisch für Ziegler sind auch die Gloria-Engel auf dem Dach der Geburtsstätte. Ein Tirschenreuther Merkmal ist dazu in der Beschneidungsszene (Tempel rechts) zu erkennen. Ein jüdischer Rabbi mit zwei katholischen Ministranten. Auffallend auch die große Anzahl an Hirschen und Schafen. Letztere werden oft auch als "Schnee der Krippe" bezeichnet.

Insgesamt sind die Figuren recht einfach gehalten. Dies mag ihrer Herkunft geschuldet sein, sie stammen aus einem Haus am "Grobm", wie die Ringstraße früher einmal genannt wurde. Hier wohnten einst die einfacheren Leute, was für die Gegenwart natürlich nicht mehr gilt. Auch die beiden Schnitzer lebten in dieser Straße, in unmittelbarer Nähe zum Haus der Familie Forster. Die Landschaft dazu haben die Krippenfreunde erstellt. Das Hintergrundbild malte Richard Böhm aus Lohnsitz.
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