Für den Notfall gut gerüstet

Lokales
Tirschenreuth
30.10.2014
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Millionen Menschen sind auf der Flucht in Richtung Europa. Viele nimmt Deutschland auf. Bis Montag müssen alle bayerischen Landkreise und kreisfreien Städte auf Anordnung der Staatsregierung Notunterkünfte benennen. Für gut 200 Asylbewerber hat Tirschenreuth eine Lösung.

Um die überfüllten Auffanglager zu entlasten, hat der Freistaat eine Notfallplanung für die Wintermonate beschlossen. Alle 96 kreisfreien Städte und Landkreise sind verpflichtet, winterfeste Quartiere für Asylbewerber einzurichten. Zeit dafür: zwei Wochen. Geliefert werden müssen die Ergebnisse am Montag.

Jeden Tag oder nie

"Jeden Tag kann ein Bus mit Flüchtlingen ankommen, die wir aufnehmen müssen", sagt die zuständige Abteilungsleiterin, Oberregierungsrätin Regina Kestel. "Es kann aber auch genauso gut sein, dass gar keine kommen." Am 20. Oktober um 16.35 Uhr informierte Regierungspräsident Axel Bartelt die Landräte und Oberbürgermeister per E-Mail. Die Objekte müssten zur Aufnahme von 200 bis 300 Personen für eine Verweildauer von fünf bis sechs Wochen geeignet sein. Sofort eruierte ein kleiner "Krisenstab" im Landratsamt aus Vertretern der Führungsebenen unter anderem von Sozialamt, Katastrophenschutz und Hauptverwaltung, wo eine Unterbringung in kreiseigenen Einrichtungen überhaupt möglich wäre.

Am Dienstag dieser Woche tagte dann der erweiterte "Krisenstab" mit etwa 30 Teilnehmern unter anderem mit Vertretern von BRK, Feuerwehr, Technischem Hilfswerk, Bundeswehr, Polizei, Caritas, Arbeiterwohlfahrt, den Bürgermeistern, Schulleitern und stellvertretendem Landrat, Dr. Alfred. Scheidler.

"Das BRK ist gut aufgestellt", erklärte Regina Kestel. Es könne kurzfristig reagieren. Allerdings sei es schwierig, über die geforderten fünf bis sechs Wochen so viele Menschen zu versorgen. Das Rote Kreuz sei in der Hauptsache auf ehrenamtliche Helfer angewiesen und habe für solch lange Zeiträume kaum Kapazitäten.

Genügend Feldbetten

Großküchen könnten da Abhilfe schaffen. Was die Einrichtung von Notunterkünften betreffe gäbe es kaum Probleme. Der Landkreis verfüge über rund 100 Feldbetten, das BRK habe 250 und THW und Bundeswehr könnten bei Bedarf weitere beisteuern. Decken müssten allerdings zugekauft werden. Die nötige "Manpower" zum Einrichten der Behelfslager könne die Feuerwehr stellen. Noch geklärt werden müsse, ob die sanitären Einrichtungen an Ort und Stelle ausreichten oder ob da nachgerüstet werden müsse.
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