Für eigenständige Lebensführung

Die neuen Pläne für das "Haus Ziegelanger" sehen im Ostteil (rechts) keinen Neubau mehr vor. Auf eine erste Ausschreibung hatte sich keine Baufirma gefunden.
Lokales
Tirschenreuth
19.01.2015
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Das Rote Kreuz möchte ja gerne, auch die Landesregierung zieht mit. Doch für die Modernisierung des Hauses "Ziegelanger" konnte bislang keine Baufirma gefunden werden. Mit neuen Plänen wird der nächste Anlauf gestartet.

Bereits im vergangenen Jahr hatte die Stadt dem Plan für die Sanierung des Seniorenwohn- und Pflegeheimes "Haus Ziegelanger" zugestimmt. Die Modernisierung des Gebäudes kam dann aber nicht voran. Bürgermeister Franz Stahl berichtete beim Treffen des Bauausschusses, dass auf die Ausschreibung hin keine Baufirma gefunden werden konnte. "Es ist keine leichte Maßnahme", begründete Stahl auch als BRK-Kreisvorsitzender dieses geringe Interesse. Schließlich müsste das Vorhaben bei laufendem Betrieb ausgeführt werden.

Lediglich ein Bauunternehmen hätte sich auf die Ausschreibung gemeldet, allerdings mit einem viel zu hohen Preis. Laut Stahl war diese schlechte Resonanz mit ein Grund, das Bauvorhaben zu überarbeiten. In Abstimmung mit der Regierung und dem BRK-Landesverband sei diese Änderung vorgenommen worden.

Kein Teilabbruch

In den neuen Plänen wird auf einen weitgehenden Abbruch des östlichen Gebäudeteils (von Hauptzugang gesehen rechts) verzichtet. Jetzt soll dieser Bereich völlig "entkernt" werden. Dabei findet sich im Ostteil auch die Kapelle des Wohnheimes. Die werde erhalten bleiben, schilderte Stahl die neuen Pläne. Bei der Sanierung soll dann das sogenannte Wohngruppenkonzept mit entsprechenden Aufenthaltsräumen umgesetzt werden. Einer neuen Philosophie in der Seniorenbetreuung folgend, werde hier eine weitgehend eigenständige Lebensführung unterstützt. Auch soll den Bewohner eine Teilhabe am Alltag ermöglicht werden.

Erhalten bliebt der bisherige Speisesaal in dem Seniorenheim, allerdings soll er eher als Veranstaltungsraum genutzt werden. Mit dem Wohngruppenkonzept würden vornehmlich Einzelzimmer sowie Räume für Ehepaare geschaffen. Damit erfolge auch eine Aufwertung der Einrichtung, betonte der Bürgermeister. Die neue Nutzung führt laut Stahl zu deutlich weniger Bewohnern. So sinke die Zahl der Bewohner einmal von 120 auf 100. Mit der Korrektur will der Bauherr auch auf die Kostensituation Einfluss nehmen. Allerdings liege man immer noch über der Kalkulation von vor zwei Jahren, wusste der Bürgermeister. 2013 war man von Kosten von rund 3,9 Millionen Euro ausgegangen. Im vergangenen Jahr stieg diese Summe auf über vier Millionen Euro. Die neueste Planung geht von Kosten von 4,7 Millionen Euro aus. Die Entwicklung führt Geschäftsführer Holger Schedl auch auf die allgemeine Situation der Baubranche zurück.

Im Frühjahr Baubeginn

Dem Tekturplan wurde vom Ausschuss zugestimmt. Findet sich ein Unternehmen, soll im Frühjahr mit dem Vorhaben begonnen werden. Für die Umsetzung der Pläne rechnet Stahl mit einer Bauzeit von rund einem Jahr. Das "Haus Ziegelanger" stammt im Kern aus den frühen 60er, der Anbau aus den 90er Jahren.
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