Für Mensch und Natur

Für die einen ist der Biber ein possierliches Tierchen, für die anderen das Feindbild schlechthin. Gerade Teichwirte gehen selten konform mit den wasserbaulichen Tätigkeiten des Nagers. Um hier den richtigen Konsens zu finden, setzt der behördliche Naturschutz, durchaus mit gutem Erfolg, auf ehrenamtliche Biberberater. Einer wird für den Landkreis Tirschenreuth gesucht. Bild: Grüner
Lokales
Tirschenreuth
29.10.2015
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Überall dort, wo Tiere Kulturlandschaften als Lebensräume für sich entdecken, entstehen nicht selten Probleme. Die Rückkehr des Bibers ist ein Paradebeispiel dafür. Aber auch weniger auffällige Arten können für Wirbel sorgen.

Zuständig für Konflikte dieser Art und alles, was mit der Natur zusammenhängt, sind die Naturschutzbehörden. Die wenigen hauptamtlichen Fachkräfte sehen sich angesichts des umfangreichen Zuständigkeitsbereichs allerdings außerstande die zahlreichen Aufgaben alleine zu bewältigen.

Geeignete Nachfolger

Der Gesetzgeber ermöglicht deshalb die Unterstützung durch ehrenamtliche Hilfskräfte. Am Landratsamt Tirschenreuth sind unter anderem für die Bereiche Naturschutzwacht sowie Biber- und Hornissenberatung Ehrenamtliche tätig. Nach dem Ausscheiden von Mitarbeitern ist die untere Naturschutzbehörde jetzt auf der Suche nach geeigneten Nachfolgern. Zwei Naturschutzwächter, ein Biberberater und mehrere Hornissenberater stehen zur Disposition.

Naturschutzwächter haben unter anderem die Aufgabe, Schutzgebiete zu kontrollieren. "Sie begutachten Naturdenkmäler und führen Streifengänge in Natur- und Landschaftsschutzgebieten durch. Daneben kontrollieren sie auch die Einhaltung von Auflagen aus Bescheiden, helfen bei der Kartierung von Pflanzen und Tieren und sind in der Umweltbildung tätig", informiert Birgit Üblacker von der Unteren Naturschutzbehörde.

Hornissenberater unterstützen bei Problemen mit Hornissen und Wespen. Sie informieren über die Tiere, suchen Lösungen, um Nester an Ort und Stelle zu belassen oder setzen sie auch um. Im Landkreis Tirschenreuth fehlen Ansprechpartner vor allem für die Gemeinden in der Mitte des Landkreises. "Erfahrungen als Imker sind da schon von Vorteil", weiß Üblacker.

Biberberater unterstützen Betroffene, wenn es Probleme mit dem großen Nager gibt. Da ein Biberberater Tiere auch fangen oder töten muss, sollte ein Bewerber auch die Jägerprüfung und einen Fallenfangkurs absolviert haben.

Genügend Zeit und gesundheitliche Fitness sind weitere Voraussetzungen. "Hornissenberater müssen oft auch auf Leitern steigen, Naturschutzwächter ihre Kontrollgänge auch im unwegsamen Gelände absolvieren", begründet Üblacker. "Außerdem sollten die Bewerber mobil sein." Es werde zwar versucht, die Zuständigkeitsbereiche wohnortnah zu legen. "Die Praxis zeigt, dass es durchaus notwendig werden kann, in anderen Gemeinden mit auszuhelfen. Ortskenntnisse sind daher von Vorteil."

Der richtige Umgang mit anderen Menschen aber ist das wichtigste Kriterium. Manche Themen beinhalten durchaus Konfliktpotenzial. Verbale Angriffe seien da nicht auszuschließen. "Die Kandidaten sollten dann in der Lage sein, solche Situationen zu entschärfen."

Entsprechende Ausbildung

Bevor jemand übernommen wird, muss er vorab entsprechende Ausbildungskurse besuchen. Die werden in der Regel bei der Akademie für Naturschutz und Landschaftspflege in Laufen abgehalten und dauern eine Woche, bei den Naturschutzwächtern auch 14 Tage. Die Kosten für die Ausbildung werden übernommen. Die ehrenamtlichen Mitarbeiter erhalten eine Aufwandsentschädigung und eine Fahrtkostenpauschale. Während der Arbeit für die Untere Naturschutzbehörde sind sie auch unfallversichert.

Interessierte Personen können sich bis 13. November am Landratsamt Tirschenreuth, Mähringer Straße 7, bewerben. Fragen beantwortet Birgit Üblacker unter der Telefonnummer 09631/ 88 337.
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