Für Paris ist es nie zu spät

Mit hochkarätiger Gitarren- und Kontrabassmusik sowie Showeinlagen von Julia Kempke (rechts) unterhielten Ralph Kräußel, Stefan Grasse und Alexander Fuchs (von links) ihr Publikum zwei Stunden lang. Bild: ubb
Lokales
Tirschenreuth
30.04.2015
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Ein bisschen Chanson, ein bisschen Swing, ein bisschen Varieté und jede Menge Gefühl: Französische Lebensart steckt an. Auch im Museum.

Nicht alle der 80 Anwesenden beim Musikabend "Paris in Love" haben die französische Metropole bereits live erlebt. "Aber für Paris ist es nie zu spät", tröstete Julia Kempken aus Nürnberg im Museumsquartier all jene, denen dieser Großstadtgenuss bisher nicht vergönnt war.

Dann entführte die Tänzerin ihr Publikum mit Swing de Paris, Chansons, Stepptanz und anderem in ein Paris der Lebenskünstler, wie es vor nahezu 100 Jahren gewesen sein mag. Schon damals zeigten die Franzosen der ganzen Welt, wie es sich gut leben lässt. Das zog Musiker und Künstler wie Cole Porter, George Gershwin oder Irving Berlin an, die ihre Werke teils in Paris geschrieben haben. Einige davon hat das "Grasse Trio" mitgebracht - um das Tirschenreuther Publikum visuell in die Kneipen, Bars und Cafés des einstigen Paris zu entführen.

Wer ab und zu die Augen schloss und den grandiosen Gitarrenklängen der Musiker Stefan Grasse (Gitarre), Ralph Kräußel (Gitarre) und Alexander Fuchs (Kontrabass) ungestört lauschte, fühlte sich auch direkt in die beschwingt-leichte Pariser Szene versetzt. Aber auch optisch war etwas geboten: Julia Kempke gab im bunten Varieté-Kostüm ihr Bestes, beim Steppen oder als Chansonsängerin ein Showerlebnis zu bieten.

Dass ihre Stimme leider zeitweilig versagte, nahm ihr keiner übel. Denn während sie sich kurz schonte, gab es die Fortsetzung der Lieder in Form von feinster Gitarrenmusik. Julia Kempke sang, swingte, steppte und berichtete von den Pariser Flohmärkten, die auch heute einen Besuch wert seien. Damit war die Nürnbergerin in der Pariser Echtzeit angekommen: Mit Gesang und Tanz interpretierte Kempke ihre Erlebnisse mit ihrem Mann Stefan Grasse auf diesen Märkten.

Das "Grasse Trio" ist im Landkreis übrigens nicht unbekannt. Charlie Jäger hatte die Musiker bereits vor über 20 Jahren für Auftritte im "Kulturforum Burg Falkenberg" engagiert, 2008 bestritten sie das Jubiläumskonzert des Stadtmarketingvereins. Der diesmal gewählte Themenabend "Paris in Love" zog Fans an.

Zwei Stündchen Pariser Flair in der Kreisstadt ließen sich neben Teilnehmern aus dem VHS-Französischkurs und Mitgliedern des Partnerstadtvereins auch Franz Stahl sowie Paris-Kenner Peter Gold nicht entgehen. Die beiden Bürgermeister genossen gemeinsam mit ihren Frauen Cornelia Stahl und Hedwig Berner den stressfreien Abend sichtlich entspannt. In der Pause griffen die Gäste beim kleinen französischen Büfett mit süffigen Weinen, spritzigem Sekt, prickelnden Limos und allerlei Pariser Kleingebäck zum Naschen gerne zu. Dann ging's beschwingt weiter, bis am Ende dem Ensemble mit viel Applaus und Zugabe-Rufen gedankt wurde.

Zwar entließ man nun die Musiker, doch die Lichter gingen im MQ noch lange nicht aus. Beim Genießen der restlichen Sekt- und Weinvorräte - alles original aus Frankreich versteht sich - wurde noch ausgiebig über das schöne Nachbarland geplaudert.
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