Furcht vor kleinem Beutenkäfer

Die Jubilare des Imkervereins (von links): Gustav Grassy (40 Jahre Mitglied), Helmut Weiß (25 Jahre), Erhard Hamann (50 Jahre), Gerhard Möhrlein (25 Jahre), Vorsitzender Helmut Standfest und Karl Reisnecker (25 Jahre).
Lokales
Tirschenreuth
02.04.2015
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2014 war kein gutes Bienenjahr. Nach Varroa-Milbe und bösartiger Faulbrut fürchten die Imker jetzt den kleinen Beutenkäfer.

Wenn der Verbraucher am Frühstückstisch genüsslich einen Löffel voll Bienenhonig auf sein Butterbrot fallen lässt, dann denkt er wohl kaum daran, unter welch schwierigen Umständen der Imker oftmals dieses süße und zugleich gesunde Produkt erzeugt. Natürlich macht die Imkerei viel Spaß, aber ein erfolgreiches Bienenjahr wird von vielen Faktoren beeinflusst.

Starke Verluste

"Das Jahr 2014 war kein gutes Bienenjahr", begann der Vorsitzende des Imkervereins Tirschenreuth und Umgebung, Helmut Standfest, seinen Bericht bei der Jahreshauptversammlung im Kettelerhaus. Es habe teilweise einen stärkeren Verlust von Bienenvölkern gegeben. Während beim Blütenhonig eine gute Ernte zu verzeichnen war, lag der Ertrag beim Sommerhonig unter dem Durchschnitt. "Schuld war zuerst die schlechte Witterung, später war es dann wieder zu trocken." Das könnte auch ungünstige Auswirkungen auf die Königinnen-Zucht haben. Bei den "Bienenkrankheiten" bleibe die Varroa-Milbe ein Dauerthema. Ein entsprechendes Behandlungsmittel gegen diese Milbe könne bis 10. April über den Verein bestellt werden, gab Standfest bekannt. Ein weiteres Problem sei die bösartige Faulbrut, die im Vorjahr auch im Landkreis grassierte. Inzwischen konnten die Sperrbezirke wieder aufgehoben werden, der Landkreis sei jetzt wieder frei von Faulbrut.

Neues Unheil

Aber möglicherweise drohe schon neues Unheil, der sogenannte kleine Beutenkäfer. Dieser sei bereits in Sizilien bzw. Süditalien aufgetreten, die Gefahr der Ausbreitung ist ziemlich groß. Das Schlimme daran: Es gibt bisher noch kein geeignetes Bekämpfungsmittel. Nachdem deutsche Imker ihre Völker teilweise im Süden überwintern lassen, erhöht sich die Gefahr der Einschleppung.

In seinem Kassenbericht konnte Helmut Weiß dank der Einnahmen aus dem Info-Stand bei der Gartenschau von einem gesunden Stand der Finanzen berichten. Die Gartenschau sei eine gelungene Werbung für die Imkerei gewesen. Weitere Themen waren bei der Versammlung die Imker-Versicherung und eine Beitragsanpassung. Nachdem die Mitgliedsbeiträge praktisch völlig in den Verbandsabgaben aufgehen, genehmigte die Versammlung einstimmig eine Erhöhung von bisher 25,60 Euro auf jetzt 30 Euro im Jahr.

Beim Tagesordnungspunkt Ehrungen konnte der Vorsitzende Standfest zunächst mal drei Mitglieder, die schon mehr als 50 Jahre dem Verein die Treue halten zu Ehrenmitgliedern ernennen. Es sind dies Xaver Gleißner, Erhard Hamann und Wolfgang Malzer. Weiter wurden mit Urkunde und Nadel geehrt: Walter Siegert für 15 Jahre, Johann Frank, Gerhard Möhrlein, Karl Reisnecker, August Schmidkonz und Helmut Weiß für 25 Jahre und Gustav Grassy für 40 Jahre.

Neuwahl

Bei den Neuwahlen gab es keine Veränderung: 1. Vorsitzender Helmut Standfest, 2. Vorsitzender Simon Bäuml, Schriftführer Alfred Schneider, Kassier Helmut Weiß. Abschließend bedankte sich der Vorsitzende für die gute Zusammenarbeit und gab Informationen zur gemeinsamen Futterbestellung. Er gab noch die Termine des Bayerischen (5./6. September) und des Oberpfälzer (28. Juni) Imkertages bekannt.
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