Gedenken und Mahnung

"Dieser barbarische Anschlag wird die Welt verändern", ging Bürgermeister Roland Grillmeier in seiner Gedenkrede am Kriegerdenkmal in Mitterteich auf die Anschläge in Paris ein. Bild: jr
Lokales
Tirschenreuth
15.11.2015
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Die schrecklichen Ereignisse in Paris waren auch Thema beim Gedenktag im Landkreis. "Wir trauern mit denen, die Menschen verloren haben, die ihnen nahe standen", sprach Bürgermeister Franz Stahl wohl für alle in der Region.

(ws/jr/kro/kdi/heb/wro/iv/lk) "Wir trauern um alle Menschen, die Opfer von Kriegen, Gewalt und Terror geworden sind. Wir trauern mit unseren französischen Freunden und sind in Gedanken bei Ihnen. Bei den Bürgern unserer französischen Partnerstadt La Ville du Bois, die nur wenige Kilometer südlich von Paris liegt", wandte sich Bürgermeister Franz Stahl am Sonntag an die Teilnehmer am Volkstrauertag. In abartiger und menschenverachtender Weise hätten am Freitagabend religiös verblendete Fanatiker in Paris ein Blutbad angerichtet. "Dabei wurden Menschen getötet und schwer verwundet, an denen wir vielleicht bei einem Besuch in Paris unbemerkt begegnet sind."

"Wir hoffen alle auf eine Zukunft in der Gewalt, Terror, Unterdrückung und gewaltsamer Tod keinen Platz haben. Auch, wenn die Welt gerade ganz anders aussieht." Bürgermeister Bernd Sommer erinnerte an das Ende des 2. Weltkrieges und damit die Beendigung des Sterbens auf den Schlachtfeldern, in den Vernichtungslagern und in den ausgebombten Städten. Sommer appellierte, weiter gemeinsam an der Versöhnung und Verständigung der Völker zu arbeiten. "Denn jeder Krieg ist eine Niederlage der Menschheit", zitierte Waldsassens Bürgermeister Papst Johannes Paul II.

Schwere Prüfung

"Dieser barbarische Anschlag wird unsere scheinbar so sichere Welt weiter verändern", ging Mitterteichs Bürgermeister Roland Grillmeier auf die Anschläge in Paris ein. Grillmeier fragte, "wie kann sich derartiger Hass in der heutigen Zeit so ausbreiten, mitten unter uns". Ausdrücklich schloss Grillmeier beim Gedenken an die Toten der beiden Weltkriege die Opfer vom Freitag mit ein. Der Bürgermeister forderte zum weiteren Zusammenstehen auf. Weltweit müsse die Staatengemeinschaft gegen den Terror vorgehen. Grillmeier sprach von einer schweren Prüfung.

"70 Jahre nach Beendigung des 2. Weltkriegs fragen wir uns, wo steht die Welt in diesem außergewöhnlichen Gedenkjahr". Millionen Menschen auf der Flucht, Bürgerkrieg in Irak, Libyen und Afghanistan. Der Bürgermeister forderte ein weiteres Eintreten mit unseren Werten für eine bessere Welt. Wichtig sei, dass die Menschen miteinander reden.

In Plößberg stellte auch Bürgermeister Lothar Müller heraus, dass die Welt nicht frei von Kriegen ist. Aktuell 38 bewaffnete Konflikte werden verzeichnet und bringen Leid und Elend über die Menschen. "Wir erfahren dieses Elend durch die völkerwanderungsartigen Flüchtlingsbewegungen!" An beiden Seiten werde es liegen, ein gutes Miteinander zu gestalten." Jedoch dürfe es nicht zu Parallelgesellschaften mit unterschiedlichen Kultur- und Gesellschaftsrichtungen kommen. "Wir wollen unsere Werte und Traditionen weiterleben und die Menschen, die zu uns kommen, dabei einbinden", so der Bürgermeister. Der Volkstrauertag sei ein bedeutender Bestandteil unserer Erinnerungskultur, ein Tag des Innehaltens, des Gedenkens an die Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft sowie ein Tag der Solidarität mit ihren Familien. Fuchsmühls Bürgermeister Wolfgang Braun ging ebenfalls auf die Schreckensnachrichten aus Frankreich ein: "Die Bilder machen uns deutlich, dass die Welt nicht von Frieden regiert wird. Auch mit Abstand zu den beiden Kriegen bleibt der Volkstrauertag ein Tag der Trauer." Braun forderte aber auch, einen Blick in die Geschichte zu werfen, um die begangenen Fehler nicht zu wiederholen. "Wir dürfen die EU nicht den Europagegnern und radikalen Nationalisten überlassen. Setzen wir uns auch weiterhin für den Frieden ein", appellierte Braun.

Tag des Innehaltens

Bürgermeister Ernst Neumann erinnerte in Pechbrunn an die Gefallenen der beiden Weltkriege, an die Zivilisten, die auf der Flucht ihr Leben verloren, an die Opfer von Kriegen und an die unschuldigen Opfer von Terroranschlägen, Paris als jüngstes Beispiel. Der Volkstrauertag sei ein Tag des Innehaltens und des stillen Gedenkens und der Mahnung. Er setze ein Zeichen für Frieden und menschenwürdiges Dasein. Ein Zeichen gegen das Vergessen, Verdrängen und Verfälschen. "Erinnern heißt auf die Opfer zu hören und sich der Wahrheit zu stellen." In Waldershof betonte 3. Bürgermeisterin Gisela Kastner , dass man nicht zuschauen oder gar mitmachen dürfe, wenn Menschenrechte und Menschenwürde mit Füßen getreten werden. Der Volkstrauertag sei auch ein Tag der Mahnung, dass man alles dafür tun müsse, um Krieg und Terror zu verhindern, dass man aufeinander zugehen und Konflikte mit Worten statt mit Lautstärke oder gar Gewalt lösen sollte. Doch die Aktualität sehe leider anders aus, wie auch die Bilder aus Paris zeigen. "Hass, Gewalt und Terror bringen im unfassbaren Ausmaß Elend über die Menschen."

Wiesaus Bürgermeister Toni Dutz setzte ein deutliches Zeichen gegen Gewalt: "Kriegsgräber sind Wegweiser zum Frieden. Frieden aber wird aber nur geben, wenn es Menschen gibt, die bereit sind, Frieden zu stiften." Der jährliche Volkstrauertag erinnere an die dunkelsten Zeiten unserer Geschichte. Man habe aber die Lehren daraus gezogen. "Wir leben in einem friedlichen, freien Land". Zur Flüchtlingssituation ergänzte Dutz: "Ich bin stolz auf unsere Wiesauer, wir haben eine vorbildliche Willkommenskultur."

Anstrengungen für Frieden

Am Kriegerdenkmal in Leugas gedachte 2. Bürgermeister Fritz Holm den Opfern der jüngsten Ereignisse in aller Welt. Gerade mit Blick auf die Flüchtlinge forderte Holm mehr Anstrengungen für den Frieden in der Welt. Es wäre viel erreicht, wenn man sich darauf nicht nur am Volkstrauertag besinnen würde.
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