Gemeinden zahlen Millionen

Foto aus HUP-Import
Lokales
Tirschenreuth
05.05.2015
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Eigene Steuern darf der Landkreis nicht erheben. Also ist er zur Finanzierung der Gemeinschaftsaufgaben auf die Solidarität der Gemeinden angewiesen. Die Kreisumlage ist mit 29 Millionen Euro die größte Einnahmequelle.

So richtig reich wird sich wahrscheinlich keine der 26 Kommunen im Landkreis fühlen. Dennoch gibt es große Unterschiede in der Finanzkraft, nach der sich die Umlage berechnet. Grob gesagt gilt, dass finanzstarke Gemeinden auch mehr Kreisumlage zahlen. Dass es dabei von Jahr zu Jahr auch große Schwankungen geben kann, liegt an der komplizierten Berechnung der Grundlagen (siehe Kasten). Diesmal hat Leonberg mit 31 Prozent die größte Entlastung, während Mitterteich über 20 Prozent mehr Umlage zahlen muss als vergangenes Jahr.

Waldershof spitze

Die Hitliste der größten Zahler führt die Kreisstadt an. Tirschenreuth überweist in diesem Jahr knapp 3,9 Millionen Euro an den Landkreis. Das ist kein Wunder bei den verhältnismäßig vielen Arbeitsplätzen und Einwohnern. Noch besser steht jedoch Waldershof da: Die 2,7 Millionen Euro aus der Kösseinestadt bei halb so viel Einwohnern bedeuten die höchste Umlagekraft im ganzen Landkreis.

Auf Platz zwei der Umlagekraft steht die kleine Gemeinde Brand, auf den nächsten Plätzen folgen die Städte Kemnath und Tirschenreuth. Kastl, Mitterteich, Erbendorf, Wiesau, Plößberg und Krummennaab finden sich ebenfalls noch unter den zehn finanzkräftigsten Gemeinden.

Während sich Falkenberg als einwohnerärmste Gemeinde im Mittelfeld der Umlagenzahler findet, muss Leonberg dem Landkreis am wenigsten Geld überweisen. Wenig Gewerbesteuer dürfte hier ein Hauptgrund sein. Auch bei Konnersreuth, Reuth, Pechbrunn, und Mähring steht eine statistische Umlagekraft von unter 700 Euro pro Einwohner zu Buche. Zum Vergleich: In Waldershof beträgt sie 1289 Euro, in Brand 1059 Euro und in Kemnath 1014 Euro.

Komplizierte Berechnung

Dabei spielt nicht allein die Einwohnerzahl eine Rolle. Die Berechnung der Umlage ist ein weites Feld, weiß Kreiskämmerer Klaus Pöllmann. Jedes Jahr im Herbst, wenn die neuen Daten vorliegen, stellt sich heraus, wohin die finanzielle Reise ungefähr geht: "Wenn es keine größeren Einbrüche bei den Umlagegrundlagen der Gemeinden gibt, dürfte der Kreishaushalt auch vernünftig laufen."

Für dieses Jahr entwickelten sich die Zahlen positiv. Das statistische Landesamt hat einen Umlagegrund von 60,4 Millionen Euro für sämtliche Gemeinden ermittelt. Das sind 2,3 Millionen Euro mehr als 2014. Aus diesem Grund war eine Senkung der Kreisumlage von 49 auf 48,25 Punkte auch kein größeres Problem. Die Kreisräte stehen bei der Festlegung des Hebesatzes jedes Jahr vor dem Spagat, einerseits den Gemeinden nicht zu viel abzuverlangen und andererseits dem Landkreis Investitionen zu ermöglichen.

Diesmal einigten sich die Politiker auf einen leicht verringerten Satz. Dennoch verbucht der Landkreis rund 678 000 Euro mehr Kreisumlage als 2014. Das liegt an der deutlichen Steigerung der gemeindlichen Finanzkraft, hauptsächlich durch eine höhere Einkommensteuerbeteiligung. Die Freude über die Mehreinnahmen ist jedoch getrübt, wenn man die Bezirksumlage betrachtet. Der Landkreis muss nämlich seinerseits an den Bezirk 11,18 Millionen Euro überweisen. Das sind trotz des unveränderten Hebesatzes 428 000 Euro mehr - einfach weil die Umlagekraft des Landkreises entsprechend gestiegen ist.
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