Große Wachstumsfelder

Zum Wintersemester 2016/17 sollen die ersten Teilnehmer den Studiengang "Soziale Arbeit" aufnehmen. Als Standort ist das ehemalige Polizeigebäude vorgesehen. Da hat die Stadt noch jede Menge Vorarbeit zu leisten. Bild: bz
Lokales
Tirschenreuth
16.06.2015
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Hinter vorgehaltener Hand war schon gemunkelt worden, jetzt ist es fix: In Tirschenreuth wird ab 2016 ein Bachelorstudiengang "Soziale Arbeit" eingerichtet. Berufsbegleitend zwar, aber für Bürgermeister Franz Stahl dennoch "ein Quantensprung".

"Das ist gut, das ist sehr gut sogar", kommentiert das Tirschenreuther Stadtoberhaupt die Nachricht unserer Redaktion, dass Wissenschaftsminister Ludwig Spaenle am Dienstag das Kabinett über den Wettbewerb "Partnerschaft Hochschule und Region" unterrichtet hat. Demnach bietet die Ostbayerische Technische Hochschule (OTH) Regensburg die Studiermöglichkeit an den Standorten Tirschenreuth, Abensberg und Cham an.

"Damit können wir weitere Innovationen in Bayern erzeugen und Talente junger Menschen erkennen und entscheidend fördern", so der Minister. "Diese können sich dann in der Region weiterqualifizieren und stehen nachher dort auch für Führungsaufgaben und als Spezialisten zur Verfügung."

Als tragende Säule des gesamten Entwicklungskonzeptes der Kreisstadt wertet Franz Stahl die Entscheidung. "Das stärkt uns ungemein" zieht er Vergleiche mit der Marktplatzumgestaltung und der Gartenschau. Jedenfalls seien hochwertig ausgebildete Fachkräfte im sozialen Bereich gefragte Leute. "Wir stehen in den Startlöchern", weiß der Bürgermeister, dass er als Standort das frühere Polizeigebäude in der Hochwartstraße noch fit machen muss.

Seit Jahren schon hat sich Stahl um eine Staatliche Fachakademie für Sozialpädagogik bemüht, allerdings ohne Erfolg, weil bereits unter kirchlicher Trägerschaft in Hof und Neustadt/WN vorhanden. Als dann Spaenle 2014 den Wettbewerb "Partnerschaft Hochschule und Region" ins Leben rief, suchte der Tirschenreuther das Gespräch mit der OTH Regensburg. "Wir wollen da regionale Anlaufpunkte schaffen", erläutert Boris Goldberg, Referent für Hochschulentwicklung, das Konzept. "Und wir wollen uns klar abgrenzen von reinen Online-Studiengängen." In Tirschenreuth - wie auch in Cham und Abensberg - wird also ein "normaler" Studienbetrieb eingerichtet. Online werden von Regensburg innovative und IT-gestützte Lernformate eingespielt. Die OTH plant, dafür drei neue Professuren aufzubauen, die auch die Lehre an den dezentralen Standorten betreuen sollen.

Hinzu kommt der Aufbau der notwendigen technischen Infrastruktur. Insgesamt erhält die OTH Regensburg rund 800 000 Euro pro Jahr. "Wir wollen, dass die Studierenden eng an die Gruppe und die Hochschule angebunden sind und trotzdem in der Region bleiben können", so Boris Goldberg. Noch in diesem Jahr beginnen die Vorarbeiten, zum Wintersemester 2016/17 erfolgt der Startschuss mit etwa 30 Studierenden. "Das wächst über die Jahre", erwartet Goldberg später einmal bis zu 150 Teilnehmer je Standort. "Eine akademische soziale Ausbildung ist eines der großen Wachstumsfelder überhaupt."
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