Grünen-Ortsverband diskutiert die Energiewende - Rohstoffe sollen im Kreislaufsystem verbleiben
Strom kommt nicht aus der Steckdose

Lokales
Tirschenreuth
21.10.2014
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Die Energiewende stand beim öffentlichen Stammtisch des Ortsverbandes der Grünen im Mittelpunkt der Diskussion. "Solange der Strom ,gefühlt' aus der Steckdose kommt, ist es schwer vermittelbar, warum wir für die Erzeugung in unserem Lebensbereich Nachteile hinnehmen sollen", führte Ortsvorsitzender Konrad Schedl ins Thema ein. Strom komme aber leider nicht aus der Steckdose, sondern müsse erzeugt werden.

In Fukushima sei der Bevölkerung die Hoffnung genommen worden, jemals wieder in die Heimat zurückkehren zu können. Ein Endlager für den jahrtausendelang sicher zu verwahrenden Atommüll sei in Deutschland auf Jahrzehnte nicht in Sicht. Die gigantische Menge an fossilen Energien, die die Atmosphäre mit CO2 anreichern, könne nicht folgenlos bleiben.

Der Grünen Deal

Als Gegenentwurf der Grünen stellte Schedl den "New Green Deal" vor. Demnach sollten die Rohstoffe in einem Kreislaufsystem bleiben und langfristig alle erforderliche Energie regenerativ erzeugt werden. "Auch dies wird nicht ganz ohne Nachteile, Beeinträchtigungen und Belastungen möglich sein", gestand der Sprecher und nannte Photovoltaikanlagen auf Dächern und Freiflächen, die zwar umstrittenen, aber unvermeidbaren Windparks und sehr leistungsstarke Trassen für die Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragung (HGÜ).

Derzeit seien Stromtrassen als Erdkabel nicht bezahlbar und daher keine Option. "Ob dies so bleibt, liegt an weiteren technischen Entwicklungen." Biomasse werde wegen des immensen Flächenbedarfs nur eine geringe Rolle spielen, ganz im Gegensatz zum Strom vom Meer. "Einziger Nachteil heutiger Technik ist der Lärm beim Rammen der Fundamente für die Offshore-Windparks." In der Diskussion nahm die Elektromobilität breiten Raum ein. Eine gezielte Förderung von Betriebsfahrzeugen und der flächendeckende Aufbau von Ladestationen könnten die Entwicklung beschleunigen.

Koordination wichtig

Kritisiert wurde, dass die Stelle "Energiewende" beim Amt für Ländliche Entwicklung nur für Dörfer oder Kleinstädte bis 2000 Einwohner tätig werden dürfe. Gerade für die Kraft-Wärme-Koppelung als Teil virtueller Kraftwerken könnte eine koordinierende Stelle hilfreich sein.
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