"Hamm ist Weltmarktführer"

Einen besonderen Dank richtete Vorstand Reinhold Baisch an Wolfgang Müller (von links), der bereits seit 50 Jahren bei Hamm arbeitet.
Lokales
Tirschenreuth
14.12.2014
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"Heute findet die größte und beste Siegesfeier der Oberpfalz statt", betonte Vorstand Reinhold Baisch bei der Weihnachtsfeier der Hamm AG im festlich geschmückten Kettelerhaus: Voller Euphorie verkündete er den Aufstieg des Unternehmens zur Nummer eins auf dem Weltmarkt.

Fast eine Woche lang hatten die Vorbereitungen gedauert, bevor rund 900 Mitarbeiter im Saal Platz nahmen. Marketing-Chef Gottfried Beer hieß sie und eine ganze Reihe von Ehrengästen willkommen, darunter Geschäftsführer Rainer Otto von der Wirtgen Group. Nicht teilnehmen konnte erstmals der geschäftsführende Gesellschafter Jürgen Wirtgen, der erkrankt war. Dessen Rede trug Hamm-Vorstand Reinhold Baisch vor.

"Lange haben wir davon geträumt, haben dafür gekämpft", machte Baisch deutlich, doch nun sei man am Ziel. 1999, als die Wirtgen-Group bei der Hamm AG eingestiegen ist, sei man in der Weltrangliste an neunter Stelle gewesen. Doch jetzt habe Hamm alle Konkurrenten überholt. "Heute haben wir was zu feiern", sagte Baisch und sprach von einem "Jahr der Highlights", in dem "einfach alles gepasst" habe.

"Unglaublich starkes Team"

Baisch erinnerte daran, dass die Wirtgen-Group mit dem Kauf des Asphaltmischanlagen-Herstellers Benninghoven nun über fünf Marken verfüge, die die komplette Prozesskette im Straßenbau abdeckten. Alle fünf Unternehmen hätten jeweils ein Umsatzplus im zweistelligen Bereich erwirtschaftet, die Wirtgen Group habe sich um fast 16 Prozent steigern können. "Was für eine Erfolgsgeschichte!", schwärmte Baisch. Dies alles habe man nur als ein "unglaublich starkes Team" erreichen können.

Die Hamm AG hat laut Baisch einen Weltmarktanteil von rund 16 Prozent, jede sechste Walze in der Welt komme aus Tirschenreuth. Nun gelte es, diesen Platz auch zu halten, "Denn die Konkurrenz wird uns gnadenlos attackieren", zeigte sich der Hamm-Vorstand überzeugt. "Wir müssen weiterhin bodenständig und innovativ bleiben und unsere Qualität weiter verbessern und unsere Kunden jeden Tag aufs Neue begeistern." Denn über die Zukunft des Unternehmens entschieden alleine die Kunden. 2015 werde ein schwieriges Jahr werden, auch wegen der politischen Rahmenbedingungen. "Aber wir sind gut aufgestellt und positioniert." Abschließend wechselte Baisch in die Formel-Eins-Sprache: "Wir wollten nicht nur mal ein Rennen gewinnen, nein. Unser Anspruch ist es, auch 2015 ganz vorne zu stehen. Wir wollen die Weltmeisterschaft verteidigen und möglichst ausbauen, das ist unser Anspruch."

Gut gelaunt zeigte sich auch Hamm-Vorstand Dr. Stefan Klumpp. "Noch sind wir nicht größer als die Stadt Tirschenreuth, aber wir arbeiten daran", bemerkte er augenzwinkernd und stellte heraus, dass das Unternehmen hervorragend für die Zukunft gerüstet sei. Den Arbeitnehmern bescheinigte Dr. Klumpp eine hervorragende Arbeit.

Gute Auftragslage

In diesem Zusammenhang verhehlte Dr. Klumpp jedoch nicht, dass die Erfolge nur möglich seien, weil die Hamm AG auch Produktionsstätten in Brasilien, Indien und China habe, die extrem wichtig für die Zukunftsstrategie seien. Kurz ging der Sprecher noch einmal auf die Technologietage ein, die gezeigt hätten, wie international die Oberpfalz sei. Dank zollte er vor allem der Marketingabteilung für Vorbereitung und Durchführung. Für 2015 seien die Auftragsbücher schon gut gefüllt. "Wir können positiv gestimmt in die Zukunft blicken", so Dr. Klumpp.

"Heute ist für Tirschenreuth ein vorgezogenes Weihnachtsfest, der 24. Dezember ist schon heute", sagte Bürgermeister Franz Stahl zu den Erfolgsmeldungen. "Die Firma Hamm ist Weltmarktführer, Tirschenreuth ist Weltmarktführer. Tirschenreuth ist in der Welt in aller Munde, das ist fantastisch." Das Herz von Tirschenreuth schlage bei Hamm, "auf diesem Areal", so Stahl. Er wünsche sich weiterhin "orange Zahlen" für Hamm.

"Das Herz der Verdichtung schlägt in Tirschenreuth" lautet der Titel eines Films, der anschließend noch einmal an die Höhepunkte des Jahres erinnerte. Danach rieselten als Schnee-Ersatz unzählige orangefarbene Schnipsel von der Decke des Kettelerhauses.

Glücksgriff für Belegschaft

Betriebsratsvorsitzender Franz Kraus bezeichnete den Einstieg der Wirtgen Group vor 15 Jahren als Glücksgriff für die gesamte Belegschaft. Von damals 402 Mitarbeitern sei die Zahl der Beschäftigten auf 960 gestiegen. "Diesen gigantischen Aufstieg hat damals keiner von uns für möglich gehalten." Er hoffe, dass dieser erfolgreiche Weg auch in den kommenden Jahren fortgesetzt werden könne.

Gemeinsam mit Vorstand Reinhold Baisch nahm er dann die Ehrungen langjähriger Mitarbeiter vor (siehe Kasten), die von ihren Kollegen kräftigen Applaus ernteten. Als Geschenk gab es für jeden Beschäftigten übrigens sechs Tankgutscheine im Wert von jeweils 40 Euro.
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