"Haus der Bildung" mit Leben erfüllt

Renate Hültner und Gabi Pattora (von links) zeigten in der Abteilung Plan-Weseritz große Kunstfertigkeit beim Klöppeln nach traditioneller böhmischer Art. Bilder: Grüner
Lokales
Tirschenreuth
27.10.2015
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Ins Museum geht man nur bei schlechtem Wetter? Von wegen. Bei der langen Nacht im Museumsquartier (MQ) kamen etwa 300 Besucher. Die letzten gingen erst nach Mitternacht nach Hause.

Der Erfolg kam nicht nur zustande, weil der Eintritt frei war, sondern vor allem, weil sich die Macher ein tolles Programm ausgedacht hatten.

Als zweiter Bürgermeister Peter Gold um 19 Uhr die Gäste begrüßte, waren der Alois-Hörmann-Saal und der Pädagogikraum bereits gut mit Besuchern gefüllt. Gold erklärte, dass die Tradition der Museumsnacht bis 1997 zurückgehe. Die Idee dazu hatten die Berliner. Heute gebe es die Museumsnacht in vielen Städten in ganz Europa.

Der Sprecher betonte, dass solche Anlässe hervorragend dafür geeignet seien Museen, die in der Hauptsache meist nur leblose Dinge präsentierten, Leben einzuhauchen, sie zum Ort der Begegnung zu machen.

Ständiger Wandel

Museen müssten, um interessant zu bleiben, einen ständigen Wandel erfahren, immer wieder Neues zeigen. "Sie sind Häuser der Bildung für alle und dürfen nicht verstauben sondern müssen mit Leben erfüllt werden." Genau das passierte am Freitagabend im MQ. Im Gewölbekeller unter dem ehemaligen Polizeigebäude erzählte Nachtwächter Hugo Mayer schaurig schöne Oberpfälzer Geschichten. In der Fachabteilung Fischerei zeigte Elfriede Stock aus Kornthan, wie man Fische fachgerecht filetiert. Für Stimmung und Kurzweil sorgte im Alois-Hörmann-Saal Matthias Wolf aus Bärnau mit seinem bayerisch musikalischen Allerlei.

Oberpfälzer Poetry Slam

Zwischen seinen Auftritten zeigten Eva Kormann und André Mauersberger ihr Können beim oberpfälzischen Poetry Slam. In der Porzellanabteilung ließen sich vor allem die ganz jungen Besucher begeistern. Mit Spezialstiften durften sie Tassen bemalen. Die muss Mami jetzt nur noch zu Hause für eine halbe Stunde in der 160 Grad Celsius heißen Backröhre "brennen". Danach ist der individuelle Porzellandruck spülmaschinenfest.

Ständig umringt von Schaulustigen war auch der große Tisch an dem die Krippenschnitzer Platz genommen hatten. Während sie dem Holz die gewollten Formen gaben, beantworteten sie zahlreiche Fragen zur Materie.

In der Abteilung Plan-Weseritz zeigten Renate Hültner und Gabi Pattora die Hohe Schule des Klöppelns. Im Gang davor spielte Peter Rubner Böhmische Klassiker auf dem Akkordeon. Einige Besucher ließen sich dabei sogar zu einem spontanen Tänzchen hinreißen. In der Schmeller-Stube informierte der Vorsitzende der Gesellschaft, Christian Ferstl über den großen Sprachforscher.

Q 12 lieferte Verpflegung

Was aber ist das schönste Fest ohne die entsprechenden Leckereien in fester und flüssiger Form. Da hatten etwa 15 Schüler der Q 12 des Stiftland-Gymnasiums die Idee. Zu Hause richteten sie Platten mit deftigen und süßen Snacks her und verkauften sie bei der Museumsnacht.

Die Einnahmen davon gehen in die Klassenkasse und werden in ein rauschendes Abschlussfest investiert.
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