Hilfe vor Ort der richtige Weg

Marlene Schmieder (rechts), die Moderatorin des Ökumenischen Frauenfrühstücks, überreichte im Namen des Vorbereitungsteams ein Blumengesteck und eine Spende für das Projekt "Feuerkinder Tansania" an Dr. Annemarie Schraml. Bild: wg
Lokales
Tirschenreuth
21.10.2015
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Ein Frühstück muss nicht immer "leichte Kost" sein. Beim Referat am Samstag im Stiftland-Gymnasium erfuhren die Frauen viel über das Leid der "Feuerkinder" in Tansania

Seit 16 Jahren gibt es das Hilfsprojekt "Feuerkinder" in Tansania. Beim Ökumenischen Frauenfrühstück berichtete Dr. Annemarie Schraml über das Projekt, bei dem Ärzte und Fachpersonal zum Teil mehrmals jährlich während ihres Urlaubs in Tansania kostenlos operieren und Kinder mit Klumpfüßen, Fehlstellungen von Knochen oder Unfallopfer behandeln, so dass sie die Schule besuchen oder einen Beruf erlernen können.

186 Frauen nutzten die Gelegenheit, sich - nach einem guten Frühstück - über das Hilfsprojekt, das inzwischen von Dr. Schraml geleitet wird, zu informieren. Moderatorin Marlene Schmieder vom ökumenischen Vorbereitungsteam freute sich, die Mitbegründerin der "Feuerkinder"-Aktion und jetzige Chefärztin am Krankenhaus Hallerwiese in Nürnberg (Cnopf'sche Kinderklinik) begrüßen zu können. Das "Neualbenreuther Zwio" (Monika Kunz und Franz Danhauser) übernahm die musikalische Einstimmung auf das Motto des Tages "Über den Tellerrand schauen".

Schon beim Frühstück schaute das Vorbereitungsteam "über den Tellerrand": Diesmal gab es Tee und Kaffee aus Peru, Mexiko oder den Philippinen. Dr. Annemarie Schraml war begeistert vom wunderbaren Frühstück und den vielen interessierten Besucherinnen. Zum Thema merkte die Ärztin an, dass "über den Tellerrand schauen" auch bedeutet, sich für neue Dinge zu interessieren. Wie es eben beim Ökumenischen Frauenfrühstück schon seit vielen Jahren passiert: Die Katholiken lernen etwas über die evangelischen Christen und die muslimische Glaubensrichtung. "Wie sollen wir zusammenkommen, wenn wir uns nicht kennen?", fragte sich Dr. Schraml.

Aufgabe für Christen

Ihr Blick ging über den Tellerrand hinaus in die globalisierten Welt. Doch würden Armut und Elend auf die Globalisierung folgen. Hier hätten die Christen eine große Verantwortung. "Die, die viel haben, geben denen, die wenig haben." Die Glaubwürdigkeit der Menschen hänge davon ab, wie sie mit Menschen in Not umgehen - auch in der Flüchtlingsproblematik müssten sich die Politiker bemühen. Jeder müsse selbst entscheiden, wo er helfen kann. Die Ärztin selbst engagiert sich seit 16 Jahren in Afrika und zeigte auf, dass es ein langer Weg ist, Menschen in ihren Ländern zu helfen. "Sie bleiben in ihren Ländern, wenn sie einen Beruf und eine Zukunft haben."

Von Tansania wusste Dr. Schraml, dass gerade die ländliche Bevölkerung in großer Not lebt. In den armseligen Hütten werde an offenen Feuerstellen gekocht. "Vor allem Kleinkinder fallen ins Feuer und ziehen sich schwerste Verbrennungen zu." Durch das sehr fluorhaltige Wasser - das kilometerweit entfernt geholt werden muss - komme es zu grotesken Verformungen der Beine der Kinder, aber auch Mangelernährung sei dafür verantwortlich. Die Menschen hätten auch kein Geld für eine Operation und so gebe es viele nicht verheilte Knochenbrüche. Daher würden die Kinder sogar aus 1000 Kilometer Entfernung zu den Ärzten des Hilfsprojektes gebracht. "Der einzig richtige Weg ist die Hilfe vor Ort." Deshalb werden auch Einheimische ausgebildet, etwa als Unfallchirurgen. Zudem wurde eine orthopädische Werkstatt gebaut. Unterstützt wird auch der Neubau einer Entbindungsstation der Schweizer Franziskanerinnen im Krankenhaus, wo ab 2016 ebenfalls operiert werden soll.

CD über Vortrag

Beim nächsten Frauenfrühstück am 20. Februar spricht Pater Neuhauser zum Thema "Wie dein Gott, so dein Leben". Eine CD oder Kassette über den Vortrag von Dr. Schraml kann bei Anne Flögel bestellt werden, Gutscheine für das nächste Frauenfrühstück bei Frau Schröder.
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