Hohe Einzelfallkosten in der Jugendhilfe - Unbegleitete minderjährige Flüchtlinge ein neues ...
Schwierige Kalkulation

Lokales
Tirschenreuth
12.03.2015
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Eine Rechnung mit vielen Unbekannten ist alle Jahre der Jugendhilfehaushalt. "Ein kostenintensiver Fall kann Ausgaben von rund 100 000 Euro verursachen", erläuterte Jugendamtsleiter Albert Müller im Jugendhilfeausschuss.

Seit gut drei Jahren stabilisieren sich die ständig gestiegenen Kosten für die vollstationäre Unterbringung von Kindern und Jugendlichen - wenn auch auf hohem Niveau. Dafür muss das Jugendamt mehr Geld für ambulante erzieherische Hilfen ausgeben. Knapp 5,2 Millionen Euro (netto) sind im nächsten Haushalt des Landkreises für die Jugendhilfe vorgesehen. Mit 57 760 Euro (1,13 Prozent) gegenüber dem Vorjahr eine moderate Steigerung. Zwar erhöhen sich die Ausgaben auf 7,7 Millionen Euro, dafür aber auch analog die Einnahmen. Dickster Brocken mit einem Plus von allein 1,6 Millionen Euro ist die Heimerziehung.

Hier machen sich vor allem die - wie es offiziell heißt - unbegleiteten minderjährigen Flüchtlinge bemerkbar. Rund 30 werden dem Landkreis zugewiesen werden. Die kann man nicht sich selbst überlassen, sondern müssen in Jugendhilfeeinrichtungen untergebracht werden. "Wir brauchen da nicht nur geeignete Objekte, sondern auch einen Träger, entsprechendes Personal und die heimaufsichtliche Genehmigung", berichtete Albert Müller.

In der ersten Not hat das SOS-Kinderdorf in Immenreuth ausgeholfen und zu Weihnachten sechs Jugendliche aufgenommen. "Die sind hochmotiviert, haben aber traumatische Erfahrungen hinter sich", so Müller. Das bestätigte auch Kinderdorf-Leiter Alfred Schuster. "Die sind unheimlich begabt, wollen in die Schule gehen, wollen deutsch lernen, sich hier etwas schaffen. Die sind ein Gewinn für die Region." Um 120 000 Euro gestiegen sind auch die Kosten in der Vollzeitpflege und die Inobhutnahmen (plus 30 000 Euro). Allein im vergangenen Jahr waren das 29 Fälle mehr. "Wir bekommen rund 150 Meldungen über Kindswohlgefährdungen im Jahr", berichtete Müller.
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