"Ich liebe die Menschen"

Inge Pannrucker feierte am Sonntag 75. Geburtstag - mit vielen Gratulanten. Im Bild (von links) Elvira Fröhlich vom Frauentreff, Bürgermeister Franz Stahl, Horst Wagner vom Alpenverein und Jubilarin Inge Pannrucker. Bild: wg
Lokales
Tirschenreuth
24.02.2015
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Inge Pannrucker ist eine Frau, an der sich auch junge Politiker orientieren können. Davon ist Bürgermeister Franz Stahl überzeugt, auch wenn er einer anderen Partei angehört. Er war einer der vielen Gratulanten, die der ehemaligen Lehrerin und FDP-Stadträtin zum 75. Geburtstag alles Gute wünschten.

Der Bürgermeister hoffte am Sonntag auf "weiterhin so viel Engagement". Auch deshalb wünschte er Inge Pannrucker "noch viele gesunde Jahre". Mit einer Orchidee, dem Buch "Tirschenreuth blüht auf" über die Gartenschau 2013 und einem Gutschein (Jahres-Abo fürs Museums-Quartier) gratulierte Bürgermeister Franz Stahl der früheren FDP-Stadträtin seitens der Stadt. Pannrucker wirkte von 1978 bis 1994 im Stadtrat und habe stets am Herzen der Bürger orientiert gearbeitet. Inge Pannrucker konnte es sich da nicht verkneifen, zu sagen, dass einige ihrer Anträge später als CSU-Idee abgesegnet worden seien. Wichtig sei gewesen, das gesteckte Ziel zu erreichen. Die Zeit im Stadtrat nannte die Jubilarin eine schöne und eine interessante Zeit, die geprägt habe. Das gelte auch für ihre vielen Ehrenämter, die sie nicht missen möchte. Pannrucker war 16 Jahre lang Bezirksvorsitzende im Turnverband, 16 Jahre Gauvorsitzende. Seit 10 Jahren gibt es den Kinderschutzbund, der von ihr mitgegründet wurde. Wie sie selbst sagt, sei das ihre letzte "große Aufgabe". Die "Rappelkiste" biete kurzfristig Kinderbetreuung. "Ich liebe die Menschen." Der "Frauentreff", der 1975 von Inge Pannrucker ins Leben gerufen wurde, könne heuer 40-Jähriges feiern.

Eine weitere tolle Idee der ehemaligen Lehrerin ist der "Christkindl-Markt", den es nun auch schon seit 32 Jahren gibt. Viele Ideen hat Inge Pannrucker in die Tat umgesetzt - um einen Erlebnisspielplatz kämpft sie allerdings heute noch. Dass Frauen im Schwimmbad keine Bademütze mehr aufsetzen müssen, hätten sie ebenfalls der FDP-Frau zu verdanken. Ihr "neuestes Kind" ist die Betreuung der "Bücherkiste" im Fischhofpark. Wofür sie kein Verständnis hat, ist die ablehnende Haltung mancher Menschen gegenüber Flüchtlingen. Pannrucker kam 1940 in Prag zur Welt. Sie ist ein Flüchtlingskind, musste mit ihrer Familie auf einem Pferdewagen über Budweis Richtung Passau flüchten. Aufgewachsen ist sie in Plattling. 1974 kam sie als Lehrerin nach Tirschenreuth. "Es war mir immer ein Anliegen, mich in Tirschenreuth einzubringen und etwas zu verbessern." So entstand auch der Slogan "Tirschenreuth leuchtet und blüht"; Inge Pannrucker rief die erste Pflanzaktion ins Leben.

Mit dem Alter milder

Manchmal, gibt sie heute lächelnd zu, habe sie auch "gebissen", um etwas zu erreichen. Doch mit dem Alter sei sie "milder" geworden. Sie habe es aufgegeben, "politische Betonköpfe" ändern zu wollen. Zu den Gratulanten zählten am Sonntag Horst Wagner vom Alpenverein (Sektion Karlsbad), Elvira Fröhlich vom Frauentreff, Vertreter des BLLV, des Kinderschutzbunds und der Europa-Union. Am Nachmittag feierte Inge Pannrucker mit der Familie.
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