Im Alter seelisch gesund bleiben

Die seelische Gesundheit im Alter hat viele Aspekte. Möglichst viele will der Arbeitskreis Gerontopsychiatrie in den Vorträgen ansprechen. Im Bild die Vertreter der Mitveranstalter und Referenten mit Schirmherrn Wolfgang Lippert (Zweiter von links) und Arbeitskreis-Sprecherin Rosemarie Schopper (vorne, Dritte von rechts). Bild: jr
Lokales
Tirschenreuth
01.10.2014
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Das Alter ist eine Herausforderung - nicht nur in körperlicher Hinsicht. Um die seelische Gesundheit am Lebensabend dreht sich eine neue Vortragsreihe. Landrat Wolfgang Lippert hat die Schirmherrschaft auch aus persönlichen Gründen gern übernommen.

"Seelische Gesundheit im Alter" ist die Aktion der Psychosozialen Arbeitsgemeinschaft Nordoberpfalz (PSAG) überschrieben. Im Pfarrzentrum Tirschenreuth gibt es ab heute alle zwei Wochen einen Vortrag zu unterschiedlichen Aspekten von Depressionen über Demenz bis hin zum Hilfsangebot für pflegende Angehörige. Die fünf Vorträge im großen Saal beginnen jeweils um 15 Uhr und sind kostenlos - je mehr Teilnehmer, umso besser.

1400 Demenzkranke

Vorgestellt wurde die Vortragsreihe von Rosemarie Schopper, Sprecherin des Arbeitskreises Gerontopsychiatrie, und ihren Mitveranstaltern. Mit im Boot sitzen die AOK, Arbeiterwohlfahrt, Rotes Kreuz, Caritas, Diakonie, Katholische und Evangelische Kirchengemeinde, Katholische Erwachsenenbildung, Lebenshilfe, VdK, Landratsamt, Volkshochschule, die Gerontopsychiatrische Koordinierungsstelle Oberpfalz und das Bezirksklinikum Wöllershof.

Schopper betonte, dass die Zahl der Demenzerkrankungen stetig steigt. "Diese Krankheit wird in Zukunft für die Menschen eine immer größere Herausforderung", sagte sie. Diplom-Sozialpädagoge Georg Pilhofer, ein Gerontotherapeut aus Amberg, ist viel unterwegs in Sachen Umgang mit Demenz. Im Landkreis Tirschenreuth gibt es nach aktuellen Berechnungen 1400 daran erkrankte Menschen. "Hier muss noch viel getan werden", resümierte Pilhofer. Mit der Vortragsreihe sollen die Menschen besser informiert werden: "Jeden Tag gibt es bei dieser Krankheit Neues zu entdecken." Als eine weitere Volkskrankheit bezeichnete er die Depression. Gerade im Alter würden die Ängste stark zunehmen, vor allem auch die Ängste, eine schwere Krankheit zu bekommen. Pilhofer machte aber auch deutlich, dass die Vorträge nicht bierernst ausfallen. Für den humorvollen Umgang mit den Folgen des Alters soll genügend Platz bleiben.

"Herausforderung stellen"

"Unser Landkreis ist der in der Oberpfalz, der am meisten unter den demografischen Folgen zu leiden hat. Wir haben hier eine alternde Gesellschaft. Dieser Herausforderung wollen wir uns stellen", bekräftigte Landrat Wolfgang Lippert. Er verwies darauf, dass in allen 26 Gemeinden des Seniorenbeauftragte tätig sind, die sich dieser Aufgabe mit annehmen. Dass er die Schirmherrschaft für die Vortragsreihe übernommen hat, hänge auch damit zusammen, dass seine Mutter Demenz hatte: "Das bin ich meiner Mutter schuldig, dass ich da mitmache."
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