Immer mehr Rentner brauchen Minijobs
Gewerkschaft warnt vor Altersarmut

Lokales
Tirschenreuth
27.11.2015
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Wenn die Rente nicht reicht, sind immer mehr Rentner im Kreis Tirschenreuth auf ein Nebeneinkommen angewiesen. Rund 720 Menschen über 65 Jahre haben derzeit einen Minijob - das sind 42 Prozent mehr als noch vor zwölf Jahren. Das teilt die IG Bauen-Agrar-Umwelt mit und beruft sich dabei auf neueste Zahlen der Arbeitsagentur. Die Gewerkschaft warnt vor einer Zunahme der Altersarmut.

"Ein Minijob ist für viele ältere Menschen im Kreis Tirschenreuth die einzige Möglichkeit, um am Monatsende über die Runden zu kommen. Das darf aber nicht zum Normalfall werden", sagt Stefan Königsberger von der IG BAU Oberpfalz. Die Politik müsse gegensteuern und für eine Rente sorgen, die zum Leben reiche. "Wie das gehen kann, zeigen Erfahrungen aus den Betrieben - vom Tariflohn bis zur betrieblichen Altersvorsorge". Für den Bezirksvorsitzenden ist es "höchste Zeit, die Kürzungen bei der gesetzlichen Rente rückgängig zu machen." Man könne nicht hinnehmen, dass über 70-Jährige Treppenhäuser putzen oder sich als Gärtner etwas hinzuverdienen müssten, obwohl sie Jahrzehnte gearbeitet hätten, kritisiert der Gewerkschafter: "Wer 3000 Euro im Monat verdient, muss schon heute 26 Jahre lang in die Rentenkasse einzahlen, um später eine Rente an der Armutsgrenze zu bekommen - nämlich gerade einmal 760 Euro im Monat."

Bewährte Modelle

Dabei gebe es längst bewährte Modelle. "In der Bauwirtschaft finanzieren Arbeitgeber und Beschäftigte seit Jahrzehnten eine betriebliche Zusatzrente. Auch wer durch Krankheit früher mit dem Beruf aufhören muss, ist dadurch abgesichert", erklärt Königsberger. "Damit die Arbeitsplätze im Kreis Tirschenreuth wirklich demografiesicher werden, brauchen wir mehr Bezahlung nach Tarif", ist Königsberger überzeugt. Der gesetzliche Mindestlohn von 8,50 Euro pro Stunde reiche für eine spätere Rente, von der man leben könne, nicht aus.
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