In Zeit der Entscheidungen

Pfarrer Nikolaus Maier (Mitte), Direktor der Gebetsstätte Wigratzbad, war Anführer der 341. Monatswallfahrt. Im Bild der Geistliche mit (von links) Stadtpfarrer Georg Flierl , der neue Kaplan Paul Gebendorfer sowie (von rechts) Militärpfarrer Christian Stock, Pfarrer Stefan Brunner und Pater Klaus Kniffki. Bild: hfz
Lokales
Tirschenreuth
17.09.2015
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Nicht einfach ist derzeit die Situation der Kirche. Pfarrer Nikolaus Maier sieht in der Diskussion über den Sakramentenempfang gar die Gefahr der Selbstauflösung der sakramental verfassten Kirche.

Pfarrer Nikolaus Maier, Direktor der Gebetsstätte Wigratzbad, war Anführer der 341. Monatswallfahrt in der Stadtpfarrkirche. Für die musikalische Gestaltung waren Werner Fritsch (Orgel) sowie Christine Kohl und Ottmar Andritzky aus Waldershof (beide Gesang) verantwortlich. Sie boten Stücke von Vivaldi, Friedrich Flotow, Mendelssohn und Rheinberger.

Erhörung gefunden

Pfarrer Maier kommt aus Wigratzbad im Allgäu, wo seit 80 Jahren zur "Unbefleckt empfangenen Mutter von Sieg" gebetet wird. Der Geistliche schilderte in seiner Predigt auch die vielen Votivgaben oder Eintragungen in der Kirche in Wigratzbad, die belegen würden, dass die Anrufung nicht ohne Erhörung geblieben sei. Darin klinge auch Marias Botschaft von Fatima: "Am Ende wird mein unbeflecktes Herz triumphieren!" Dabei wusste Maier aktuell von einer Zeit in der so vieles zu Ende gehe. Schwer werde es Priester zu finden, Kirchen müssten geschlossen oder Kreuze "im voreilenden Gehorsam" entfernt werden. Jenes Zeichen, das Heil, Leben und Hoffnung schenke. "Es muss nicht das Ende sein, aber an ein Ende sind wir in vielem gekommen", schilderte der Geistliche. Dabei baute der Prediger weiter auf eine Zukunft mit Religion und forderte auch ein klare Stellungnahme des Staats.

"Weil es in der Religion nicht nur um Gott geht, sondern um den Menschen, genauer der Menschen in seiner Beziehung zu Gott." Werde die Religiosität nicht ernst genommen, trifft man den Menschen selbst, verdeutlichte Maier. Deshalb müsse der Staat auch über die religiösen Einflüsse wachen, die Werte wie Ehe und Familie bewahren, wo der Gerechtigkeit, dem Frieden und der Gewaltlosigkeit gedient werde.

Barmherzigheit üben

Und die Verheißung des Friedens finde sich auch in der Botschaft von Fatima. Bedingung sei aber, dass die Menschen das von Gott angebotene Gut annehmen. Mit Blick auf das Jahr der Barmherzigkeit erinnerte der Geistliche auf die Bedingung Gottes, dass die Menschen selbst Barmherzigkeit üben sollten. "Zu dieser gehört auch, Irrende zu belehren, Sünder zurechtzuweisen, Zweifelnden recht zu raten oder denen zu verzeihen, die uns beleidigen!" Aktuell werde der Begriff von Barmherzigkeit ausgelegt, dass Christ sein wieder ein Stück leichter wird. Nikolaus Maier fürchtete durch eine Änderung des Sakramentenempfangs gar die "Selbstauflösung der sakramental verfassten Kirche". "Es ist die Zeit der Entscheidung, in der wir leben, die zugleich Zeit der Gnade und des Heils ist", so Maier weiter. Fatima könne den Menschen einen Weg zeigen, dem zu folgen. "Es ist ein Aufruf aus dem mütterlichen Herzen Mariens hinein in das Herz eines jeden einzelnen von uns, damit ihm nicht nur das eigene Heil, sondern das Wohl der ganzen Menschheit zu Anliegen wird", betonte der Pfarrer in seiner Predigt.
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