Innenstadt weiter stärken

Über die Städtebauförderung diskutierten (von links) Bürgermeister Franz Stahl, Dr. Robert Leiner, Stadtbaumeister Andreas Ockl, Architekt Peter Brückner, Moderator Thomas Bärthlein, Kewog-Geschäftsführer Bernd Büsching und MdL Tobias Reiß. Bild: kro
Lokales
Tirschenreuth
10.05.2015
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Ohne Gelder von oben wäre vieles nicht möglich. Ohne die Ideen von unten erst recht nicht. Was ist, wenn beides passt, zeigt sich am Beispiel Tirschenreuth.

In der Kreisstadt wurden in den vergangenen Jahren gut 25 Millionen Euro in die städtebauliche Entwicklung investiert. Gut 13 Millionen Euro flossen dabei aus der Städtebauförderung in die Stadt. Beispielsweise auch in den Marktplatz, heute die "gute Stube". Bei einer Podiumsdiskussion unter Moderation von Thomas Bärthlein erörterten Bürgermeister Franz Stahl, MdL Tobias Reiß, Kewog-Geschäftsführer Bernd Büsching, Architekt Peter Brückner, Stadtumbauexperte Dr. Robert Leiner von der iq-Projektgesellschaft und Stadtbaumeister Andreas Ockl die Vorzüge dieses Förderinstrumentes.

Fatale Folgen

Stahl verwies unter anderem auf das Gartenschaugelände, die Erweiterung des Museums-Quartiers oder die Sanierung des "Maximilian-Quartiers". Entscheidend für diese positive Entwicklung sei der Bürgerentscheid im Jahre 2010 gewesen. "Wäre der negativ ausgegangen, hätte das fatale Folgen gehabt. Die Entwicklung der Stadt wäre um Jahre zurückgeworfen worden."

MdL Tobias Reiß betonte, dass das Entscheidende für die Städtebauförderung die Leute vor Ort seien. Dort müssten die Ideen entstehen, der Landtag könne nur die finanziellen Mittel zur Verfügung stellen. 70 Prozent der Städtebauförderung fließen nach seinen Worten in den ländlichen Raum fließen.

Großes Lob zollte Bernd Büsching, der Geschäftsführer der Kewog den Verantwortlichen der Stadt. In Tirschenreuth sei sehr viel bewegt worden, aber es gebe noch viel Bedarf. Als Kernproblem machte Büsching das Fehlen privater Investoren aus. Die Kewog mache in den Großstädten mit großen Projekten ihr Geld, hier auf dem Land sei man schon froh, wenn am Ende eine schwarze Null übrig bleibe. Der Geschäftsführer forderte neue Modelle für den Wohnungsbau, dafür liefen schon Gespräche mit dem Ministerium.

Architekt Peter Brückner ging noch einmal auf die Sanierung des Marktplatzes ein. "Es gab Defizite und Potenziale." Das Wohnzimmer der Stadt sei jedenfalls heute mit Leben erfüllt. Tirschenreuth sei in Bayern eine der ersten Städte gewesen, die das Stadtumbaukonzept angegangen seien. Dr. Robert Leiner stellte die räumlichen und fachlichen Leitbilder dar, die für die Grund-Daseinsfunktion wichtig seien. Derzeit laufe die zweite Phase, der Abschluss der Altstadtsanierung und die Belebung der Innenstadt. Franz Stahl ergänzte, dass es eine der Hauptaufgaben sei, leerstehende Wohnraum wieder nutzbar zu machen. Wichtig sei auch die Stärkung des Bildungsstandortes Tirschenreuth. Die Chancen für einen Campus-Standort, etwa im ehemaligen Gebäude der Polizei, seien gar nicht schlecht.

Bernd Büsching betonte, wichtig sei es, dass die Kommunen finanziell gut aufgestellt seien. "Denn Ideen haben wir immer." Um Tirschenreuth mache er sich keine Sorgen. Da reden wir schon wieder über neue Projekte." Peter Brückner ergänzte, dass es wichtig sei, Modelle der Städtebauförderung zu nutzen und diese exemplarisch als kleine Bausteine herauszuheben. Stadtbaumeister Andreas Ockls Wunsch war es, die Innenstadt noch weiter zu stärken.

Attraktives Programm

Neben der Podiumsdiskussion gab es aber auch ein attraktives Rahmenprogramm. So spielten die Tirschenreuther Blaskapelle und die Gruppe "Tirschenreuther samma" auf. Mit der Drehleiter der Feuerwehr konnten Besucher einen luftigen Blick über die Stadt nehmen. Außerdem wurde in Rathaus ein Film aus dem Jahre 2009 über die Neukonzeption des Marktplatzes gezeigt. Im Angebot waren auch noch Gästeführungen, Luftballonwettbewerb und Kinderschminken des Kindergartens sowie Steaks und Bratwürste, mit denen der FC Tirschenreuth die Besucher verköstigte.
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